Angebot muss verbessert werden - Museumskonzept kann Häuser und Ausstellungen besser vernetzen und abstimmen - weitere Streichungen im Kulturbereich verbieten sich angesichts rückläufiger Besucherzahlen

ERFURT. (ab) Die Frage ist: Geht es Erfurt um die Einnahmen in den Museumskassen oder liegt der Anspruch darin, möglichst viele Menschen für die kulturellen Reichtümer der Stadt zu begeistern? Im Verhältnis der beiden Positionen erkennt Stadtrat Herbert Rudovsky derzeit einen eklatanten Missstand. Denn nach einer Änderung der Tarifordnung vor einem Jahr und den damit verbunden höheren Eintrittspreisen wollten die Liberalen genau wissen, wie sich die Besucherzahlen entwickelt haben. Eine Anfrage an die Verwaltung zeigt deutlich, dass die Einnahmen leicht angestiegen sind, aber viel weniger Menschen bereit sind, überhaupt noch die Museen zu besuchen. "Ob das an den höheren Preise liegt, können wir nicht nachvollziehen", macht Rudovsky deutlich. Was dem Liberalen Stadtrat viel mehr zu denken gibt ist jedoch, dass die Kultureinrichtungen nicht mehr "richtig ziehen".

13 000 Besucher weniger zählt das Naturkundemuseum 2011, das Volkskundemuseum besuchten 8000 Menschen weniger als im Vorjahr … und so ließe sich die Übersicht fortführen. Im Preis-Leistungsverhältnis wurde einseitig an der Preisschraube gedreht. Nun, so Rudovsky, müsse auch das Ausstellungsangebot angepasst, also verändert und verbessert werden. Seitens der Liberalen wird damit von der Kulturdirektion die Anfertigung eines Museumskonzeptes angeregt und deutlich darauf verwiesen, dass es im Zuge der Haushaltsplanungen keine weiteren Einschnitte im Kulturetat geben darf. "Zusammenlegungen, Sparmaßnahmen oder sogar einen Schließtag? - von diesen städtischen Maßnahmen hält Rudovsky herzlich wenig. Der gebürtige Erfurter ist vielmehr davon überzeugt, dass gute Angebote, Sonderausstellungen und eine bessere Vernetzung die Museumslandschaft wieder näher an die potentiellen Besucher heranbringen kann. "Die Bereitschaft, höhere Eintrittsgelder zu zahlen, ist ja praktisch vorhanden. Wenn nun auch die Angebote verbessert werden, hat die Stadt gute Chancen, höhere Einnahmen stabil zu generieren." Der Liberale weiß aber auch: Heute wollen die Menschen etwas geboten bekommen für ihr Geld.