Umweltzone Erfurt

Liberale bringen geplante Umweltzone im Stadtrat noch einmal auf die Tagesordnung und fordern Verwaltung auf, zu prüfen, ob Einstieg bei gelber Zone ausreichend ist

"Treffen wir in Erfurt politische Entscheidungen danach, ob der Wind gerade ungünstig weht?" fragt Liberalen-Fraktionschef Thomas L. Kemmerich in seiner Januar-Sitzung den Stadtrat an und möchte insbesondere wissen, welche Alternativmaßnahmen die Verwaltung begleitend zur Einrichtung einer Umweltzone andenkt, welche Kosten damit verbunden sind und welche Spielräume Erfurt sich nimmt, wenn ab Oktober die Plaketten-Ampel kommt. Denn auch das Umweltbundesamt sieht in seinen Wirkungsuntersuchungen in der Umweltzone lediglich ein Mittel zum Zweck im Rahmen der Luftreinhalteplanung. Das Resümee der Behörde befindet, dass in nachträglichen Messungen die Reduktion von Feinstaubbelastungen nicht direkt mit der "low emission zone" in Verbindung gebracht werden kann. Wind, Niederschlag und das Heizverhalten der Anwohner sind ebenso beträchtliche Größen, die man berücksichtigen muss. Für Kemmerich ist damit klar, dass eine Umweltzone nur mit flankierenden Maßnahmen Erfolge erzielen kann und der Verkehr nicht den entscheidenden Anteil an der Emissionsentlastung hat. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob damit nicht ein Einstieg ab der gelben Stufe ausreicht, beharrt Kemmerich auf praktikable Lösungsansätze. "Bis dahin hoffen wir auf eine günstige Windrichtung und viel Regen, um dem Projekt auf den richtigen Weg zu verhelfen. Sollte sich die Umweltzone aber zu einem Flop entwickeln, werden wir die ersten sein, die das auch äußern" so Kemmerich.

Link zu einer Download-Broschüre des Bundesumweltamtes zum Thema Umweltzonen