Kemmerich: "Ursachen für Gehaltsunterschiede vielfältiger"

"Die Ursachen für Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind vielfältiger, als es manchen Ideologen lieb ist", sagt der Gleichstellungspolitiker der FDP-Landtagfraktion, Thomas L. Kemmerich, anlässlich des morgigen Equal Pay Day. Diesen solle man zum Anlass nehmen, über bessere Kinderbetreuung nachzudenken. Viele Frauen könnten nach der Geburt ihrer Kinder nur in Teilzeit arbeiten. Das sei die Hauptursache für die Gehaltsunterschiede. "Und es trifft vor allem Alleinerziehende hart", mahnt Kemmerich. Mit der Höhe des Lohnes an sich habe das aber nichts zu tun.

"Dass man nun die Frauen für Mindestlohnphantasien einspannen will, ist mehr als unredlich", kritisiert Kemmerich die Äußerungen von Christoph Matschie. Immerhin sei das zweifelhafte Verdienst des Ministers, dass die Hortkommunalisierung komplett nach hinten losgegangen sei. Wer die Unterschiede in der Bezahlung von Männern und Frauen ausgleichen wolle, müsse es Frauen ermöglichen, auch mit Kind Vollzeit zu arbeiten. "Das heißt, die Betreuungsmöglichkeiten auszubauen, und zwar über das Grundschulalter der Kinder hinaus", fordert Kemmerich, der selbst Vater von sechs Kindern ist. "Es darf nicht sein, dass eine Frau sich zwischen Arbeit oder Kind entscheiden muss. Jede Frau muss jede Arbeit ausüben können, die sie möchte - unabhängig davon ob sie kein Kind hat oder drei." Dann würden auch junge Frauen nicht ins Ausland abwandern, ist Kemmerich überzeugt: "Dort sind nicht unbedingt die Löhne besser, wohl aber die Betreuungsmöglichkeiten", so Kemmerich abschließend. (jp)