Kemmerich fragt nach Finanzierungskonzept - Lohnsteigerung im Öffentlichen Dienst wird zur ersten Herausforderung für neuen OB

Auf den neuen Oberbürgermeister wartet schon jetzt eine neue, nicht unerhebliche Herausforderung: Nach den zähen Verhandlungen von Arbeitgebern und der Gewerkschaft Ver.di dürfen sich zwar alle Beschäftigten im Öffentlichen Dienst über effektiv 6,41 Prozent Lohnplus etc. freuen, auf Erfurt allerdings rollt damit eine neue Kostenlawine zu. "Mit den teilweise rückwirkenden Lohnerhöhungen kommen auf die Stadt, verteilt auf die nächsten zwei Jahre, schätzungsweise 10 Millionen Euro an Zusatzkosten für den Haushaltsbereich Personal hinzu", überschlägt Stadtrat Thomas L. Kemmerich das Ergebnis der Marathondiskussionen in Hamburg. Keine kleine Summe für eine Landeshauptstadt, die sich angesichts der auf Verschleiß wirtschaftenden Verwaltung eine Menge vorgenommen hat für die Zukunft. Schon heute leistet sich Erfurt einen Personalstock, der jährlich 146 Millionen Euro verschlingt. Ein von den Liberalen schon lange gefordertes Personalentwicklungskonzept gibt es immer noch nicht.

Thomas L. Kemmerich von den Liberalen, der in diesem Jahr ebenfalls für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert, fordert daher eine strikte Reorganisation der Verwaltung, den Ausbau von eGovernment und damit insgesamt schlankere Strukturen, die effizienter und bürgernah arbeiten. "Es geht mir nicht darum, eine Diskussion darüber anzustoßen, wie die Lohnerhöhungen zu bewerten sind", stellt Kemmerich klar. "Mir geht es allein darum, dass bei einem schon heute üppigen Personaletat, eine saftige 8-Prozent-Kostensteigerung von einer Kommune nicht einfach zu schultern ist. Dazu braucht es den Mut und den Willen, angesichts demografischer Entwicklungen und eines drohenden Fachkräftemangels, die Strukturen unserer Verwaltung jetzt zu modernisieren."