Stadtrat

Händler und Anwohner über Bau von Bürgersteigen empört - Stadtrat Kemmerich sieht weder Sinn noch Nutzen in teurem Vorhaben - Innenstadt profitiert bisher von offenen Plätzen und guter Passierbarkeit

"Erfurt muss für Touristen und seine Bürger attraktiv bleiben anstatt für Stolperkanten im Innenstadtbereich viel Geld auszugeben", kommentiert OB-Kandidat Thomas L. Kemmerich den bereits in der Planungsphase harsch kritisierten Bau von Bürgersteigen am Fischmarkt. In einem aktuellen Schreiben des City-Management Erfurt e.V. kritisieren dessen Mitglieder das Vorgehen der verantwortlichen Stadtverwaltungsmitarbeiter: Im Entwurf seinen die Bürgersteige nicht erkennbar ausgewiesen worden. Zudem konfrontierten die Händler und Anrainer lau eigener Aussage Hauptamtsleiter Glanz bereits in einer betreffenden Sitzung im März diesen Jahres mit ihrer ungeteilten Ablehnung zu den ins Auge gefassten Kanten, die den "piazzaartigen Platz" im Innenstadtbereich nach der Sanierung unterbrechen sollen.

AKTUELL: Am 25.4. erging dazu eine Einladung seitens der städtischen Dezernatskoordinierung an alle Anrainer und Interessierten, dieses Thema am Mittwoch, den 2.Mai 2012, ab 19:30 Uhr im Festsaal des Rathauses, noch einmal zu diskutieren! (öffentliche Informationsveranstaltung)

Die Mitarbeiter des amtierenden Oberbürgermeisters interessiert das Veto der Bürger bislang herzlich wenig. "Nicht höhengleiche Bürgersteige" - wie es im Amtsdeutsch so schön heißt - sollen laut Verwaltung im Zuge der umfassenden Sanierung des Fischmarktes an allen den Platz umgebenden Häuserfronten gezogen werden. "Menschen mit einer Behinderung und flanierende Erfurt-Besucher werden von diesen Stolperkanten wenig begeistert sein, ist sich Kemmerich sicher. Der Liberale, der im Wahlkampf um das neu zu besetzende Amt des Oberbürgermeisters vor allem die schwerfällig agierenden Verwaltungsstrukturen, bürgerferne Entscheidungen und das Ausgeben nicht vorhandener Gelder kritisiert, sieht sich in seinem Kurs bestätigt. (ab)

Die FDP-Fraktion bereitet eine Anfrage für den nächsten Stadtrat vor.