Landtag

Kemmerich: "Thüringen muss endlich ein Einwanderungsland werden"


22 Prozent der offenen Stellen in den Unternehmen waren 2011 nicht besetzt. Im Jahr 2020 werden der Thüringer Wirtschaft bereits 200.000 Fachkräfte fehlen. Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung begrüßt der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Thomas L. Kemmerich, dass am 1. August in Kraft tretende Blue-Card-Gesetz. Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz erleichtert die schwarz-gelbe Koalition künftig die Zuwanderung von Fachkräften. Zudem wird damit die Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union umgesetzt.
Um dem Thüringer Fachkräftemangel auch in Mangelberufen zu begegnen, sei es besonders wichtig, eine befristete Niederlassungserlaubnis für Deutschland zu erlangen, sagt Kemmerich. Dies sei nun bereits mit einem Jahresgehalt von knapp 35.000 Euro möglich. Der bisherige Wert Wert lag in vielen Berufen weit über den realen Einstiegsgehältern von Uni-Absolventen. Des Weiteren sieht das Gesetz vor, ein Daueraufenthaltsrecht zu erteilen, wenn man nach drei Jahren einen Arbeitsplatz nachweisen kann. Bei guten Deutschkenntnissen kann dieses Recht schon nach zwei Jahren erworben werden.

"Ein Gesetz hilft aber nicht allein. Die Thüringer Landesregierung bleibt weiterhin in der Pflicht, die Willkommenskultur in Thüringen zu stärken und aktiv im Ausland zu werben", so Kemmerich. Ob die Verteilung von Frisbeescheiben und Wasserbällen mit dem Slogan "Ich liebe Thüringen" an der Ostsee eine sinnvolle Maßnahme zur Fachkräftegewinnung sei, bezweifelt der FDP-Wirtschaftsexperte. Auch die fast eine Million Euro für die letzte Kampagne "Thüringen braucht Dich" hätte man nach seiner Überzeugung sinnvoller einsetzen können. "Thüringen muss es endlich gelingen, seine Attraktivität für Fachkräfte auch aus dem Ausland zu steigern, um der demografischen Entwicklung entgegen zu wirken", so Kemmerich abschließend.