Kinder sind unsere Zukunft.
Kinder sind unsere Zukunft.

Großziehen von Kindern muss steuerlich besser berücksichtigt werden - Eltern leisten wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Generationenvertrag

"Wir sind dazu aufgefordert, diejenigen zu unterstützen, die sich für Kinder entscheiden. Das Steuersystem kann hier direkt Möglichkeiten bzw. Anreize schaffen", ist der Thüringer Wirtschaftspolitiker Thomas L. Kemmerich überzeugt. Der Liberale unterstützt in diesem Zusammenhang die Forderungen des Verbandes kinderreicher Familien Deutschland (KRFD), der neben mehr Kindergeld eine Erhöhung des Kindergrundfreibetrages auf zehntausend Euro Steuerfreibetrag pro Kind, ab dem dritten Kind zwölftausend Euro, fordert. Denn Fakt ist: Deutschland gehen die Kinder aus. Die Bundesrepublik hat noch immer eine mickrige Geburtenrate (1,4 Geburten pro Frau) und diskutiert im Moment eher über mehr Frauen in Führungspositionen anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie unser Land zukünftige mehr Steuerzahler bekommen kann um den Generationenvertrag in einem erträglichen Verhältnis für Beitragszahler und Rentenbezieher zu halten.

Die Diskussion um die steuerliche Bewertung des Ehegattenvorteils geht für Kemmerich deshalb in die falsche Richtung. Als das Ehegattensplitting in den 60er-Jahren eingeführt wurde, hatte die Ehe als Institution eine andere Gewichtung. Deren besondere Stellung durch den Schutz per Grundgesetz wird heute durch eine Zunahme von gleichgeschlechtlichen Ehen und Lebensgemeinschaften in ein anderes Verhältnis gestellt. Das klassische Modell hat Konkurrenz bekommen: der deutsche Nachwuchs wächst in eheähnlichen Lebensgemeinschaften, Patchwork- oder Regenbogenfamilien auf. Damit verbunden sind die Mehrkosten für Kinderkram, Kindergarten und Kinderfreundlichem Auto auch von Nicht-Verheirateten zu stemmen. Für die Versorgung und Erziehung der kommenden Generation muss diesem Aufwand Rechnung getragen werden. Kemmerich setzt sich deshalb für die stärkere Bewertung des Faktors "Kind" im deutschen Steuerrecht ein. "Der Trauschein allein rechtfertigt nicht mehr eine steuerliche Sonderbehandlung. "Vielmehr sollten Eltern unabhängig vom amtlich bestätigten Ja-Wort im Steuersystem vorteilhafter gestellt werden", fordert Kemmerich.

Für den Politiker und Unternehmer ist es durchaus denkbar, Eltern auf Jobsuche bei vergleichbarer Eignung bevorzugt einzustellen.