Stadtrat

FDP bleibt mit Anfrage am Thema - Stadtratsbeschluss pro gymnasialer Außenstelle müssen Taten folgen - Klassen sind überfüllt - Unterrichtsqualität leidet

"Vor etwa einem Jahr, am 29. Februar 2012, einigte man sich im Erfurter Stadtrat auf die Neugründung einer gymnasialen Außenstelle. Da die Klassen ihre Schülerzahlen und zwei Gymnasien ihre Zügigkeit aktuell überschreiten, wollen wir mit einem Prüfantrag Klarheit darüber haben, was bis heute konkret passiert ist", schneidet Fraktionschef Thomas L. Kemmerich einen wichtigen Punkt an, den die Liberalen im der kommenden Stadtratssitzung thematisieren. Nach einer Besichtigung möglicher Alternativen wurde schnell klar, dass sich die nach Auszug des Förderzentrums Sprache frei werdenden, sanierten und eingerichteten 24 Unterrichtsräume in der Hermann-Brill-Straße gut eignen, um eine mögliche Außenstelle zu eröffnen, aus der sich mindestens zweizügig ein eigenständiges Gymnasium entwickeln kann.

Hier finden sie dazu den Antrag der FDP-Fraktion für die Stadtratssitzung am 23.1.2013

Mit der 2012 eingetretenen Schulamtsstruktur und den damit gefallenen Schulamtsgrenzen sind zudem Lehrkräfte flexibler einsetzbar. Im Kultusministerium ist gar von einem Lehrkräfteüberhang die Rede. Peggy Katzer ist sich als bildungspolitische Sprecherin der FDP-Stadtratsfraktion sicher, dass die Bedingungen für eine neue Schule nicht günstiger sein könnten. Leider, so Katzer weiter, haben wir an Erfurts Gymnasien trotz der Prognose kontinuierlich hoher Schülerzahlen an dieser Schulform, die Vorgaben des Schulnetzplanes und das selbst gesteckte Ziel von Erfurt, "ein bedarfsgerechtes Angebot an Schulformen in den sozialen Planungsräumen zu schaffen", bis heute nicht erfüllen können. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat dabei sowohl den Schulnetzplan als auch den Stadtratsbeschluss genehmigt. In den Klassen wird es stattdessen eng. Hohe Schülerzahlen erschweren den individuellen und intensiven Lernprozess in Vorbereitung auf das Abitur. Im Stadtplanungsraum Süd-Ost ist im Moment kein Gymnasium zu finden.
Vor den großen Sommerferien 2012 wurde alles verharmlost. Aus dem Rathaus ließ die zuständige Dezernentin Thierbach noch im Juni wissen, "dass ihr keine Notwendigkeit einer Außenstelle für ein Gymnasium nachgewiesen wurde. Konkrete Zahlen über Neuanmeldungen der Fünftklässler lägen ihr nicht vor. Ohne diesen Nachweis könne sie nicht handeln." Bereits vor Ende des ersten Schulhalbjahres kam es nun zu erneuten Diskussionen, u.a. im TLZ-Zukunftsforum. Dort sprachen sich insbesondere die Schulelternvertreter gegen die Erklärungen von Thierbach und damit für belegbare Zahlen aus. Und diese sagen deutlich: Erfurt braucht eine gymnasiale Außenstelle! (ab)