Stadtrat

FDP-Fraktion gegen neue Zufahrt zum GVZ - Parkplatzproblem drängt auf Abhilfe - Gemeinden brauchen Ausgleich und Schallschutz

"Als FDP-Fraktion sprechen wir uns für eine Havarieausfahrt in Richtung Vieselbach, die auch für den Busverkehr freigegeben wird, aus" kommentieren Erfurts Liberale ihre Haltung zu der geforderten und viel diskutierten zweiten Zufahrt zum GVZ. Die Entscheidung begründet Fraktionschef Thomas L. Kemmerich wie folgt: "Die bestehende Zufahrt ist so konzipiert, dass sie das Verkehrsaufkommen gut leitet. Natürlich wird es zu kurzen Staus kommen, wenn zwanzig Brummis auf einmal abbiegen wollen. Aber muss dazu gleich eine neue Straßenanbindung geteert werden? Die angrenzenden Gemeinden sind schon heute bis an die Grenzen des Erträglichen belastet mit unkontrolliert abbiegenden LKWs, die sich trotz des Fahrverbotes durch die schmalen Ortsstraßen schlängeln. Abgesehen von der wenig idyllischen Infrastruktur des Gewerbeparks und den schalleitenden Außenwänden des Versandgiganten Zalando kann den Hochstedtern und Vieselbachern nicht auch noch eine GVZ-Ausfahrt vor die Nase gepflastert werden."

Kemmerich sieht das eigentliche Verkehrs- und Stauproblem nach Gesprächen mit ansässigen Firmen im GVZ entsprechend anders verortet: "Durch die mangelnden Parkmöglichkeiten für Laster-Lenker kommt es regelmäßig zu verstopften Straßen und chaotischen Schlangen, die den ganzen Verkehrsfluss im GVZ erlahmen lassen." Hier sieht die FDP-Fraktion dann auch die Lösung: Das GVZ braucht Parkmöglichkeiten für die steigende Zahl von Brummis. Und mit einer Havarieausfahrt kommen Hilfskräfte wie Feuerwehr oder Notarzt sowie ÖPNV Nutzer schnell und ungehindert zum GVZ. Kemmerich: "Wenn die versprochenen 907 500 Euro von Minister Machnig nicht bloß wässrige Imagepolitur sind, stimmen wir für die Variante Havarieausfahrt. Mit der Errichtung von Schallschutzzäunen und einer strikteren Verkehrskontrolle in den Ortschaften - auf beides warten die Anrainer bis heute vergeblich - muss zudem endlich ein Ausgleich geschaffen werden. Der Stadtrat sollte sich in seiner Abstimmung dringend dem Parkproblem annehmen. "Sonst verpufft der Effekt der Investition mit der Grundsteinlegung der Zufahrt," mutmaßt Kemmerich. (ab)