Landtag

Kemmerich fordert für Kunden gleiche Absicherung wie im Mietrecht - Wechselwille durch unseriöse Firmen eingeschränkt - Überarbeitung der EEG-Richtlinien für mehr Wettbewerb

"Energiekunden müssen durch gleiche Absicherungen wie im Mietrecht geschützt werden, denn die Deutschen sind nicht faul sondern vorsichtig wenn es um den Wechsel des Stromanbieters geht," fordert der Wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Thomas L. Kemmerich. 750.000 geprellte Kunden hinterlässt nach Schätzungen des Portals VERIVOX allein die Pleite des Billigstromanbieters Teldafax, die damit bundesweit zu den größten Insolvenzen zählt. Mit Lockangeboten und unschlagbar günstigen Tarifen gegen Vorauszahlung werben noch immer zu viele "schwarze Schafe" auf dem Energiemarkt um Abnehmer. Kemmerich: "Hier braucht es klare Regeln zum Schutz eingezahlter Gebühren. Mietkautionen und Vorauszahlungen müssen schließlich auch insolvenzsicher auf eigens zu diesem Zweck eingerichteten Konten verbucht bzw. über eine Bankbürgschaft abgesichert werden."

Den Vorstoß des Bundesverbandes neuer Energieanbieter (bne), die Namen unseriöser Stromanbieter über die Berliner Schlichtungsstelle zu veröffentlichen um mehr Transparenz für Kunden zu schaffen, begrüßt MdL Thomas L. Kemmerich in diesem Zusammenhang ausdrücklich. Nicht nur, dass durch vergleichsweise wenige "schwarze Schafe" der Ruf des Wettbewerbes ruiniert wird. Viele Verbraucher reagieren auch misstrauisch und bleiben aus Angst vor Folgekosten oder verlorener Einzahlungen bei ihrem Energielieferanten. Eine vierköpfige Thüringer Familie, so recherchierte Kemmerich, könnte mit einem Anbieterwechsel im Vergleich zum Stadtwerke-Tarif bis zu 300 Euro pro Jahr zusätzlich sparen.

Das die Förderung von Ökostrom durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) der dringenden Überarbeitung bedarf, zeigen die aktuellen Preissteigerungen fast aller Energieversorger zudem deutlich. Durch die Erhöhung der EEG-Umlage (von 3,592 auf 5,277 Cent je Kilowattstunde netto) zum Jahreswechsel entstehen für einen vierköpfigen Haushalt im Durchschnitt Mehrbelastungen in Höhe von etwa 80 Euro. Gleichzeitig sind die Strombeschaffungskosten am Großhandel für die Energieversorger gefallen. Hierdurch könnten die Versorger gut die Hälfte der Preissteigerungen abfangen. Die meisten Energieversorger nutzen die Erhöhung der EEG-Umlage jedoch dazu, ihre eigenen Gewinne zu maximieren und erhöhen mit Begründung auf gestiegene EEG-Kosten ihre Tarife. Ein Wechsel innerhalb des e.on Konzerns (von der e.on Thüringer Energie AG zur e.on Billigtochter "e wie einfach") bringt dieser Familie immer noch rund 250 € Einsparung pro Jahr. (ab)