Wirtschaftsminister Machnig auf Werbetour in Thüringen

ERFURT. "Die Aktion "Der heiße Draht‘ wendet sich an Pendler und rückkehrwillige Fachkräfte", heißt es in einer, in Thüringer Tageszeitungen veröffentlichten Anzeige, mit der das Wirtschaftsministerium zu einer Telefonkonferenz am 26. April eingeladen hatte. Von 16 bis 17 Uhr - also parallel zur Landtagssitzung - sollte Wirtschaftsminister Matthias Machnig persönlich für deren Fragen zur Verfügung stehen. FDP-Wirtschaftsexperte Thomas L. Kemmerich hat nun seinerseits einige Fragen zu der Aktion an die Landesregierung gestellt. So möchte er wissen, wie die Landesregierung den Erfolg ihrer Telefonaktion bewertet und in welcher Relation diese Form der Fachkräftegewinnung zu den Kosten der Werbemaßnahmen steht.

"Abgesehen davon, dass sich die meisten Pendler zum Freitagnachmittag vermutlich auf der Autobahn befunden haben, bezweifle ich den Sinn der Aktion." Wenn man wirklich rückkehrwillige Fachkräfte aus anderen Bundesländern gewinnen wolle, müsse man in überregionalen Medien und nicht vorrangig im eigenen Land werben, bemängelt Kemmerich, der vermutet, dass es Minister Machnig wieder einmal mehr um die eigene Promotion ging.

"Gibt es nicht auch in anderen Bereichen Fachkräfte, die man zur Rückkehr nach Thüringen bewegen könnte?", fragt Kemmerich mit Blick auf die Situation an den Thüringer Schulen. "Da in den letzten Jahren kaum Lehrer eingestellt worden sind, sind die jungen, an Thüringer Universitäten ausgebildeten Lehrer, jetzt in anderen Bundesländern tätig", stellt Kemmerich fest. Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) sei aber offensichtlich nicht zu der Telefonkonferenz eingeladen gewesen. "Der heiße Draht ist kein Bestandteil einer abgestimmten Strategie der Landesregierung, sondern eine, mit Mitteln der EU finanzierte Werbeaktion, des Ministers", kritisiert Kemmerich abschließend. (jp)