Stadtrat

Liberaler befürchtet negative Auswirkungen auf Stadt Erfurt angesicht der Meldungen einbrechender Gewinne bei Energie-Gigant Eon

ERFURT. Nach den wenig optimistisch stimmenden Meldungen zu Energie-Großversorger Eon, fordert Stadtrat Thomas L. Kemmerich von Eon die Offenlegung des Geschäftsverlaufs im ersten Quartal 2013 sowie der Bilanzen für das Geschäftsjahr 2012 der ehemaligen Eon-Tochter, der Thüringer Energie AG. Derzeit macht der Eon-Konzern mit sinkenden Gewinnen, düsteren Prognosen und Eingeständnissen zu den verpassten Chancen der Energiewende von sich hören. Die Thüringer Energie AG verbindet eine Kommunalbeteiligung mit Erfurt, die den Liberalen skeptisch stimmt. Kemmerich will daher endlich Zahlen sehen anstatt länger den medial transportierten Berichten Informationen abzugewinnen. Nur anhand einer Einsicht in die Zahlenwelt des Unternehmens könne man sich einen klaren Überblick verschaffen. "Mir geht es darum, auf mögliche Verluste für die Stadt vorbereitet zu sein", präzisiert Kemmerich.

Eine Reihe von Problemen, befürchtet Kemmerich, können zu langfristigen Störfeldern werden, die sich negativ auf Erfurt auswirken. "Als Stadtrat sehe ich es als eine Pflicht der Stadt an, sich mit der Entwicklung von Unternehmen kritisch auseinander zu setzen, die eine derart tragende Rolle im Vertragssystem der Stadt einnehmen, das finanzielle Schieflagen nicht mit Sicherheit auszuschließen sind. Erfurt hat genug finanzielle Probleme. Einen Abrutsch durch die Entwicklung von Eon und der Thüringer Energie AG kann sich Erfurt derzeit weiß Gott nicht erlauben", will Kemmerich nicht einmal mehr von "leisten" sprechen. Sinkende Großhandelspreise und eine verkorkste Regulierung auf dem europäischen und deutschen Strommarkt machen es Eon zunehmend schwerer, seine Kraftwerke profitabel zu betreiben. Einige Großanlagen sind nur selten in Betrieb. (ab)