Zu Gast bei den Erfurter Verkehrsbetrieben
Zu Gast bei den Erfurter Verkehrsbetrieben

Als erstes verschafften sich die Teilnehmer des Liberalen Salons im Sommer einen Überblick über das Betriebsgelände der Verkehrsbetriebe. Dabei wurde deutlich, dass der Ausbau des Betriebshofes am Urbicher Kreuz kurz nach der Wende die richtige Entscheidung war: an den Standorten Magdeburger Allee und Nordhäuser Straße würden Wartung und Reparatur nicht unbemerkt von den Anwohnern von Statten gehen können.
Die Lage am Urbicher Kreuz hat weitere Vorteile: Nur dort war der Bau der 150 Meter langen Halle möglich, in der die Straßenbahnwagen vor Witterungseinflüssen gut geschützt sind. So werden die Fahrzeuge geschont und die Lebensdauer, wie Fahrdienstleiter Dietmar Schmidt erläuterte. Bei Kosten von mehreren Millionen pro Bahn eine sinnvolle Investition.


Außerdem verfüge man so über ausreichend Platz für eine eigene Bremsteststrecke. "Zuerst müssen wir sicher sein, dass wir eine Bahn anhalten können. Erst dann lassen wir die auch losfahren", so Schmidt. Neben zahlreichen technischen Erläuterungen gab es auch Einblicke in die organisatorischen Abläufe des Straßenbahnbetriebes.
Beim anschließenden Gespräch sparten die Erfurter Liberalen und ihre Gäste dann auch nicht mit kritischen Fragen. Schwerpunkt war natürlich die Baustelle Schlösserstraße, die teils erhebliche Probleme in der Organisation mit sich brachte. Schwierigkeiten bereite vor allem die Wagenzusammenstellung, um den Schul- und Berufsverkehr abzufedern. Schnell mal einen Wagen an- oder abzukoppeln sei kaum möglich. Vor allem bei den Linien 2 und 4 sei kein Betriebshof in der Nähe. Insgesamt habe man trotz des Wegfalls der Verbindung zwischen Anger und Domplatz nicht weniger Fahrzeuge im Einsatz. "Jeder der fahren kann, fährt auch", erläutert Fahrdienstleiter Schmidt. Erstmals in der Geschichte der Stadtwerke habe man sogar Zeitarbeiter einstellen müssen.
Trotzdem sei es gelungen, die Fahrgastzahlen konstant zu halten - für die Verkehrsbetriebe ein wichtiges Ziel. Dafür und für die Geduld der Fahrgäste mit den Schwierigkeiten durch die Baumaßnahme werde man sich bei auch noch einmal besonders bedanken, versprach EVAG Vorstand Myriam Berg abschließend.