Landtag

Kemmerich: "Vollmundige Ankündigungen nicht zu halten"

ERFURT. Verwundert zeigt sich der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Thomas L. Kemmerich, über die Forderung des Thüringer Wirtschaftsministers nach einer Standortgarantie für den Jenaer Messtechnik-Hersteller Analytik, für den es ein Übernahmeangebot der Endress+Hauser AG aus Baden-Württemberg gibt. Beim Kauf der Aktienanteile von elf Prozent durch den Freistaat hatte Machnig vor zwei Jahren zusammen mit Finanzminister Voß den Einstieg mit strategischen Erwägungen begründet und behauptet, die Landesbeteiligung sei ein wichtiger Garant für den Standort.

Zwar verfüge die Thüringer Industriebeteiligungsgesellschaft zusammen mit Analytik-Vorstandschef Klaus Berka über 27 Prozent der Anteilsscheine, die Sperrminorität verhindere aber nicht, dass bei einer möglichen Übernahme, Forschungskapazitäten zusammengelegt und gegebenenfalls in Baden-Württemberg konzentriert würden, stellt Kemmerich fest. "Wir brauchen aber gerade die wertschöpfungsintensiven Bereiche wie Forschung und Entwicklung, um den Standort zu stärken."

Der liberale Abgeordnete kündigte eine parlamentarische Nachfrage zu den Kosten für das Aktienpaket, das der Freistaat vor zwei Jahren erworben hatte, an. Die FDP habe immer davor gewarnt, dass der Staat mit Steuergeldern Unternehmer spiele. "Herrn Machnigs Industriepolitik endet jetzt zum wiederholten Mal in der Sackgasse", befürchtet Kemmerich. (jp)