Stadt

Liberale bemängeln blinden Aktionismus der Stadt bei Installation einer Begegnungszone - Versprechen auf Parkhäuser ist leeres Wahlkampfversprechen und trotz Bedarf bis heute nicht konzipiert - unwirtschaftliches Vorgehen kostet Bürger Zeit und Geld

ERFURT. "Nicht nur der potentielle Investor für das versprochene Parkhaus an der Reglermauer träumt davon, den Mangel an Parkflächen für Erfurt auch im eigenen Interesse auszugleichen. Wir verweisen seit mehreren Jahren auf die negativen Auswirkungen fehlender Flächen zum Abstellen von PkWs," kommentiert Thomas L. Kemmerich die vollmundigen Versprechungen von Dezernent Spangenberg, mit vier Parkhäusern die Parkplatznot in Thüringens Landeshauptstadt endlich zu beheben. Fakt ist, dass es die Stadt Jahr um Jahr verträumt, konkret zu werden und einen Plan vorzulegen. Die aktuellen Versprechungen auf vier neue Parkhäuser aus dem Rathauses sind für die Liberalen deswegen auch nichts weiter als Wahlkampfgetöse. "Schlafsand, der die Bürger beruhigen soll, nichts weiter," meint Kemmerich.

Nach dem Vorbild von Leipzig soll die Innenstadt von Erfurt vom Verkehr befreit und zu einer Begegnungszone zum Bummeln und entspannten Einkaufen umgestaltet werden. An sich findet Kemmerich dieses Unterfangen nicht schlecht. Nur darf es an der Planung der Infrastruktur um den Innenstadtbereich herum nicht aufhören. "Die momentan verursachte Situation ist in der Herangehensweise unwirtschaftlich und lässt so manchen Kunden überlegen, die gewünschten Waren online zu bestellen, anstatt Freizeit mit einer aufwendigen Parkplatzsuche zu verbringen," wird der FDP-Kreischef deutlich. Dazu kommt die Dreistigkeit der Stadt, ohne Plan und Alternative dem Wegfall von 400 Innenstadtparkplätzen mit der Aufrüstung von 1400 umliegenden Parkflächen mit Parkscheinautomaten zu begegnen.
Unterm Strich kostet das die Bürger Zeit und Geld und die Händler unter Umständen Einnahmen. Aber wie auch bei der Umweltzone, ist Erfurt im Abstecken von Arealen schneller als bei der Kalkulation der Folgen. (ab)