Landtag

Kemmerich: "Lieber je 100.000 Euro an 77 Unternehmen, statt 7,7 Mio. Euro an eines"

ERFURT. Die Pleite des Logistikzentrums der Firma Eurogate in Erfurt sieht der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Thomas L. Kemmerich, auch als Ergebnis einer verfehlten Förderpolitik des Freistaats unter Minister Matthias Machnig. "Die bisherige, auf die Ansiedlung von Großunternehmen gerichtete, Wirtschaftspolitik war der grundsätzlich falsche Ansatz." Nur durch eine mittelstandgerechte Förderpolitik schaffe man nachhaltig Arbeitsplätze.

Der Firma Eurogate waren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ende 2009 Fördermittel in Höhe von 7,7 Mio. Euro bewilligt worden. "Man sollte lieber je 100.000 Euro an 77 Unternehmen zahlen, statt 7,7, Mio. Euro an eines", so Kemmerich. Die Landesregierung müsse die Wirtschaftspolitik mit dem Fokus auf eine mittelstandsorientierte und technologieoffene Investitionsförderung neu ausrichten, fordert der liberale Wirtschaftsexperte, der eine entsprechende parlamentarische Initiative seiner Fraktion ankündigte. (jp)