Landtag

Kemmerich: "Geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede durch bessere Rahmenbedingungen beseitigen"

ERFURT. "Anlässlich des Equal Pay Day ist es an der Zeit, nicht nur über Lohnunterschiede, sondern endlich über Rahmenbedingungen, wie unter anderem eine bessere Kinderbetreuung nachzudenken", sagte der Gleichstellungspolitiker der FDP-Landtagfraktion, Thomas L. Kemmerich, anlässlich des morgigen internationalen Aktionstages für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Viele Frauen könnten nach der Geburt ihrer Kinder nur in Teilzeit arbeiten. Das sei die Hauptursache für die Gehaltsunterschiede. "Hart betroffen sind vor allem Alleinerziehende”, mahnt Gleichstellungspolitiker Kemmerich. Mit der Höhe des Lohnes an sich habe das aber nichts zu tun.

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt in den neuen Ländern 8 Prozent, in Westdeutschland mit 24 % weit darüber. "Die Ursachen für Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind vielfältiger, als es manchen Ideologen lieb ist”, sagt der Liberale.

"Dass man immer wieder Frauen für Mindestlohnphantasien einspannen will ist unglaublich", kritisiert Kemmerich die Äußerungen von Sozialministerin Taubert. Wer die Unterschiede in der Bezahlung von Männern und Frauen ausgleichen wolle, müsse es Frauen ermöglichen, auch mit Kind vollwertig am Arbeitsleben teilzuhaben. "Das heißt nach wie vor, dass die Betreuungsmöglichkeiten auszubauen sind und zwar über das Grundschulalter der Kinder hinaus”, fordert Kemmerich, der selbst Vater von sechs Kindern ist. "Es darf nicht sein, dass eine Frau sich zwischen Arbeit oder Kind entscheiden muss. Jede Frau muss jede Arbeit ausüben können, die sie möchte - unabhängig davon ob sie kein Kind hat oder drei", so Kemmerich abschließend. (fr)