Stadtrat

Nach Tarifstreit im Öffentlichen Dienst kommen hohe Lohnsummen auf Erfurt zu - FDP erneuert Forderung nach Personalentwicklungskonzept & Aufgabenkritik

ERFURT. "Auf Erfurt kommen saftige Kostensteigerungen zu. Und das ausgerechnet im Personalhaushalt, der 25 Prozent des Gesamthaushaltes ausmacht," kommentiert Stadtrat Thomas L. Kemmerich das Ergebnis der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hat sich mit Lohnerhöhungen von 3 Prozent in diesem und weiteren 2,4 Prozent im kommenden Jahr durchgesetzt. Für Erfurt fallen damit ca. 5 Millionen Euro zusätzlich zu Buche, 2015 kommen weitere ca. 5 Millionen Euro dazu. Stadtrat Kemmerich pocht bei den hohen Kosten für die derzeit 3.000 Beschäftigten der Stadt Erfurt auf ein Personalentwicklungskonzept und das Projekt einer ernsthaften Aufgabenkritik, das die FDP-Stadträte schon lange fordern. Bisher vergebens.
Jetzt, wo die Kostenstrukturen einen immensen Druck ausüben, hoffen die Liberalen auf Einsichtigkeit. "Uns geht es nicht um Entlassungen," betont Kemmerich. Angesichts der Überalterung der Mitarbeiter und den sich permanent ändernden und entwickelnden Aufgaben hält es der FDP-Politiker jedoch für unerlässlich, die Tendenzen konzeptionell aufzugreifen. Es fängt bei der Neubesetzung von Stellen an, geht weiter über die Karrieremöglichkeiten innerhalb der Verwaltung und sollte an den Bedarfen von heute ausgerichtet sein, macht Kemmerich deutlich, wo er Potential sieht. Bis heute läuft nach Einschätzung der Stadträte Kemmerich & Rudovsky vieles einfach noch zu unreflektiert einfach immer weiter.
Thomas L. Kemmerich erwartet in dieser Hinsicht einen fundierten Vorschlag der Stadtspitze, wie sie gedenke, die Zusatzmillionen bereit zu stellen. Eine dringliche Anfrage ist in Vorbereitung. (ab)