Stadtrat

Wirtschaftlichkeit des bisherigen Systems wird angezweifelt - Vorbildwirkung anderer Städte auf Erfurt übertragen - FDP bringt Entscheidungsvorlage im April-Stadtrat ein

ERFURT. "Wenn vierzig Autos im Fuhrpark der Erfurter Stadtverwaltung innerhalb von vier Jahren Leasinglaufzeit jeweils weit weniger als 10.000 km auf dem Tacho haben, muss die Frage nach der Wirtschaftlichkeit erlaubt sein," begründet Stadtrat Thomas L. Kemmerich seine Skepsis.

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Für viele kleine Fahrten werden im Rathaus viele kleine Flitzer vorgehalten. Die FDP dagegen wundert sich, warum die Initiative, an genau dieser Stelle einen sechsstelligen Eurobetrag sparen zu können, nach einem kurzen Aufflammen wieder unter dem Teppich des Oberbürgermeisterzimmers gekehrt wurde. "Leipzig, Magdeburg und Chemnitz haben ihre Fuhrparks längst auf Carsharing-Modelle umgestellt. In anderen großen Städten hat man erkannt, das man mit einer guten Planung auch große Summen einsparen kann," argumentiert Kemmerich. Derzeit nutzt die Verwaltung etwa 160 Fahrzeuge, um Dienstfahrten flexibel zu gestalten. Geht es nach den Plänen der Liberalen soll diese Beweglichkeit nicht eingeschränkt werden. Innovative Möglichkeiten gewährleisten jedoch alle Vorzüge zu einem erschwinglicherem Preis. Wie ernst es der Stadtspitze tatsächlich ist, zeigt Kemmerich & Rudovsky die Beantwortung ihrer Entscheidungsvorlage, die mit der Begründung, Carsharing würde sich nicht lohnen, schlicht abgebügelt wurde.
Auf Nachfrage bei der Firma Carsharing Deutschland gab es zwar bereits leise Anfragen aus dem Erfurter Rathaus. Einen weiteren Schritt hin zu mehr Fortschrittsdenken hat man in Erfurt aber bisher nicht gewagt. (ab)