Stadtrat

Für 1 € durch die Innenstadt ist das Ziel der FDP - Gratis Bus und Bahn verbieten Verträge und erschweren Kontrolle zu Lasten von Sicherheit und Standards

ERFURT. "Erst im April diesen Jahres haben wir eine Anfrage gestellt, warum es in Erfurt noch immer keine Kurzstreckentickets gibt," führt Christian Poloczek aus. Die Verwaltung verweigert sich bis heute der in anderen Städten gängigen Möglichkeit. Mit der Einschränkungen des Individualverkehrs durch den Rückbau von Parkflächen in und um die Innenstadt und die Verteuerung von Parktickets muss nach Meinung der Liberalen die Attraktivität und die Benutzerfreundlichkeit des Öffentlichen Nahverkehrs deutlich gesteigert werden. Erschwingliche Preise im Bereich der geplanten Begegnungszone gehören für Poloczek deshalb unbedingt in das Tarifportfolio von Bus und Stadtbahn. Mit der Anfrage hat die FDP ihrer Forderung, die nun auch zu einem Hauptthema im Kommunalwahlkampf geworden ist, verdeutlicht.

Hier finden Sie den entsprechenden Antrag!

Poloczek: "Unsere Idee ist ein Begegnungszonenticket, das 1 € kostet und innerhalb des Bereichs Bahnhof bis Domplatz, bzw. Brühler Garten bis Haltestelle Johannesstraße/ Kaisersaal gelten soll." Aber auch für andere Varianten und Alternativen ist die FDP offen, solange Erfurter und Touristen gut und günstig durch die Stadt kommen, wenn sie auf ihr Auto verzichten.

Dem Ticketfreien Nahverkehr erteilen die Liberalen dabei klar eine Absage. Zum einen haben Poloczek und seine Kollegen im Stadtrat bereits bei der EVAG auf Nachfrage erfahren, dass die bestehenden Fördermittelverträge diese Variante dezidiert verbietet. Zum anderen wird auch durch die Ticketeinnahmen eine hohe Taktfrequenz und ein rasches Fortkommen in sauberen Bussen und Bahnen geboten. Mit Wochen- und Monatskarten sind die Busse & Bahnen zudem eine immer noch wesentlich kostengünstigere Alternative zum Auto, was die Erfurterinnen und Erfurter sehr zu schätzen wissen. So, wie sich eine Freizeitpauschale für den Besuch von Zoo und Freibad verbietet und nicht die Allgemeinheit über eine KfZ-Steuer belastet wird, um Straßen zu sanieren, so kann man auch nicht von 170.000 Erfurterinnen und Erfurtern verlangen, für den Öffentlichen Nahverkehr zu zahlen. Nach dem Motto "man schätzt, für was man zahlt", brachte auch schon die EVAG zum Ausdruck, dass man die Sauberkeit und Sicherheit - also die allgemein sehr hohen Standards - ohne immer weiter ausufernde Kosten nicht gewährleisten kann, wenn jegliche Kontrollen über Tickets entfallen. "Dann, so Poloczek, haben wir bald wieder einen VEB Erfurter Straßenbahnen mit den bekannten Problemen." (ab)