Stadtrat

Sanierungen und Bauprojekte kommen Nachfrage nicht nach - Investorenfreundliche Verwaltung mit schlanken Verfahren und Anreize seitens der Stadt sind gefragt

ERFURT. Einen generellen Wohnungsmangel kann man für Erfurt nicht diagnostizieren. Jedoch hat sich in den letzten Jahren der Trend zum städtischen Wohnen verstärkt und Erfurt wird durch seine zentrale Lage und die vielen Vorteile einer kleinen Großstadt immer beliebter. "Was einerseits eine erfreuliche Entwicklung ist, verdeutlicht uns andererseits, das die Stadt noch immer zu viele Potentiale ungenutzt brach liegen lässt und Wohnungen für Familien in zentrumsnahen Stadtteilen zu fairen Preisen zu einem stark nachgefragten Mangelartikel geworden sind," erklärt Iris Thorwirth, mit der die FDP eine bekannte Fachfrau gewinnen konnte, und die über die Liberale-Liste nun auch für den Einzug in den Stadtrat kandidiert. Die selbstständige Immobilienmaklerin kennt den Markt gut und weiß, dass es noch etliche umsanierte Gebäude, Lücken-Bauprojekte und Brachflächen in Erfurt gibt, für deren Erschließung und Bebauung man sich zu wenig einsetzt. Angesichts der zunehmenden Nachfrage und der vielen Pendler, die keine Grundstücke und Wohnungen finden, fordert Iris Thorwirth ein engagierteres Auftreten der Stadtverwaltung und mehr Initiative bei der Sanierung und dem Bau von Wohnraum. Dafür möchte Sie sich im Stadtrat künftig einsetzen.

Mit Anreizen seitens der Stadt könne man zum Beispiel die hohen Mehrkosten beim energieeffizienten Bauen und der erhöhten Grunderwerbssteuer für Bauherren kompensieren. Aber auch Investorenfreundlicher müsse die Thüringer Landeshauptstadt werden, kritisiert allen voran Thomas L. Kemmerich. Bei den Auflagen für Sanierungen hat jede Kommune Spielräume, die bei der Frage um Schallschutz und Parkplatzablöse enorme Kostenersparnisse schaffen und damit den Anreiz erhöhen, Wohnfläche auf den Stand der Zeit zu bringen. "Des weiteren müssen wir bürokratische Prozesse für Bauherren und Investoren verschlanken und beschleunigen. Die undurchsichtigen Auflagen, langen Wartezeiten und hohen Kosten verteuern Sanierungen dermaßen, dass man es Investoren nicht verübeln kann, wenn sie sich abwenden. Die Ruinen und Brachen bleiben dann sichtbar und die Nachfrage von Mietern und Bauherren können nicht bedient werden," wird Kemmerich konkret.
Kemmerich: "Unser Ziel ist die Preisstabilität in der Wohnungsvermietung und die Schaffung günstigen Wohnraums für geringer Verdienende, Senioren, Alleinerziehende und junge Familien. Möglichkeiten hat Erfurt zur Genüge. Wir müssen sie endlich nutzen!" (ab)