Stadtrat

Anfrage von Stadtrat Kemmerich deckt mangelnde Projektkoordination auf - Beträchtliche Investitionsmittel sind geflossen - Start verzögert sich weiter

ERFURT. "Zum Umsetzungsstand einer einheitlichen Geodatenbasis in der Stadtverwaltung erwarte ich umgehend Erklärungen," macht Stadtrat Thomas L. Kemmerich deutlich. Im Finanzausschuss fordert Kemmerich konkrete Antworten auf seine Anfrage, deren schriftliche Beantwortung aus seiner Sicht eher mehr Ungereimtheiten aufgeworfen hat. Demnach hat sich im Jahr 2009 der Stadtrat darauf verständigt, eine einheitliche Basis geografischer Daten zu implementieren. Bis zum Jahr 2013 - dem festgehaltenen Ende dieses Prozesses - sind insgesamt knapp eine Million Euro in das Projekt geflossen. "Auf mein Nachhaken hin teilte man mir aus dem Rathaus nun mit, man befinde sich aktuell in einer Umsetzungsphase bis 2015. Diese Umsetzungsphase geht weit über den Zieltermin hinaus und war auch nie vorgesehen," so Kemmerich.

Nun will der Liberale wissen, wie es um den Stand der Geodatenbasis bestellt ist und pocht auf schlüssige Erläuterungen, da Plan und Ziel offensichtlich eklatante Unstimmigkeiten aufweisen. Kemmerich vermutet, dass die mangelhafte Projektsteuerungskompetenz der Stadtverwaltung einmal mehr zu einem finanziellen Debakel ausartet. Es scheint so, als nehme man die Investition von 810.000 Euro, um den Service für Ämter und Bürger durch ein Datenmodell konformer Geobasisdaten als integrierende Plattform innerhalb der Landeshauptstadt Erfurt zur Verfügung zu stellen, nicht ernst genug. (ab)