Landtag

Yes she can - statt Politik, die falsche Anreize bei der Kinderbetreuung setzt

ERFURT. "Wenn man die Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben verringern will, muss man dort ansetzen, wo sie wirklich entsteht: bei den Karrierebrüchen, wenn sich eine Frau für Familiengründung und Kinder entscheidet. Es darf kein Entweder-Oder geben", fordert Thomas L. Kemmerich, Wirtschaftsexperte und Vorsitzender des Gleichstellungsausschusses in der 5. Legislaturperiode des Thüringer Landtags. "Statt einer schwarz-roten Politik, die falsche Anreize bei der Kinderbetreuung setzt, unterstützen wir nach dem Motto "Yes she can‘ die Gewinnung und Nutzung des Potenzials an weiblichen Fach- und Führungskräfte in den Thüringer Unternehmen."

"Unser Anspruch an eine familienfreundliche Wirtschaftspolitik ist, Frauen einen optimalen und auf Wunsch auch einen schnellstmöglichen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen", so Kemmerich weiter. Um Eltern bzw. Erziehungsberechtigten eine verstärkte gleichmäßige Teilhabe am Erwerbsleben zu ermöglichen, sieht eine liberale Familienpolitik vor, Rahmenbedingungen für flexiblere, bedarfsgerechte und flächendeckende, aber auch bezahlbare Betreuungsangebote der Kommunen zu gestalten und private Initiativen wie Betriebskindergärten zu fördern. Die FDP-Fraktion hat dazu in den vergangenen fünf Jahren mehrfach Initiativen in den Landtag eingebracht. "Ohne weibliche Fach- und Führungskräfte und ohne die FDP im Thüringer Landtag - verabschiedet sich auch der Mittelstand aus Thüringen", erklärt Kemmerich.

Aus einer Studie der Regionaldirektion Mitteldeutschland der Bundesagentur für Arbeit vom Frühjahr 2014 geht hervor, dass ca. 41 Prozent der Thüringer Frauen teilzeitbeschäftigt sind- viele davon ungewollt. "Dank der Thüringer Kommunen konnten die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung zwar sukzessive in den vergangen Jahren ausgebaut werden. Trotzdem korrespondieren die Möglichkeiten nicht immer mit der Lebenswirklichkeit bzw. den Anforderungen des modernen Arbeitslebens, da beispielsweise die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten nicht mit dem Betreuungsbedarf aufgrund zunehmender Flexibilitäts- und Mobilitätsansprüche übereinstimmen", so Kemmerich abschließend. (jp)