Rentenpolitik

"Den deutschen Einheitsrentner gibt es ebenso wenig wie den deutschen Einheitsbürger", begründet Thomas L. Kemmerich den liberalen Vorschlag für eine Abschaffung der starren Altersgrenzen in der Rente. Statt der umstrittenen Rente mit 63 sollen Arbeitnehmer ab dem 60. Lebensjahr selbst wählen können, ob sie in den Ruhestand gehen oder weiter arbeiten möchten.

Um das Arbeiten im Alter zu fördern, will der Bundesvorsitzende zudem die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Rentner vollständig flexibilisieren. Nach gültigem Recht dürfen Frührentner oder auch Witwen und Bezieher von Erwerbsminderungsrenten nur einen kleinen Betrag nebenher verdienen, der Rest wird vollständig auf die Altersbezüge angerechnet. "Wer eine reguläre Altersrente bezieht, darf zwar heute unbegrenzt hinzuverdienen, muss aber die vollen Sozialbeiträge zahlen, obwohl er weder in der Rente noch in der Arbeitslosenversicherung dafür Ansprüche erwirbt. Die Folge dieser restriktiven Regelungen ist, dass heutzutage das Gros der berufstätigen Senioren entweder als Minijobber oder als Selbstständige arbeitet", erklärt der Wirtschaftsliberale.

Daher sollten die Hinzuverdienstgrenzen komplett abschafft werden. Für erwerbstätige Rentner sollen sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung wegfallen. "Versicherte können so ab dem 60. Lebensjahr ihre Arbeitszeit reduzieren und den Verdienstausfall durch Bezug einer Teilrente teilweise kompensieren oder - wenn sie möchten - länger arbeiten", wirbt Kemmerich für eine neue Rentnerfreiheit.