Der Bundesvorsitzende des Liberalen Mittelstands e.V. und FDP-Stadtrat, Thomas L. Kemmerich, kritisiert den Kontrollwahn der Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung. "Das Ausmaß des bürokratischen Wahnsinns ist erreicht", so Kemmerich und berichtet von einem Beispiel: Ein Tankstellenpächter muss eine hohe Geldstrafe zahlen, weil sich die Mitarbeiter bei der Kassenübergabe um zehn Minuten verspäten. "Wie es eben manchmal so läuft. Die Kollegen unterhalten sich und das System vermerkt die Kassenübergabe erst um 0:10 Uhr statt 0 Uhr. Das kostet den Pächter 2.500 Euro Strafe nach dem Mindestlohngesetz. So ein Quatsch", so Kemmerich.

Der Unternehmer Kemmerich kennt solche Beispiele zu genüge. "Solche Fälle sind leider kein Einzelfall. Das Mindestlohngesetz in der Praxis muss Frau Nahles und der gesamten SPD mal begreiflich gemacht werden", so Kemmerich weiter. Umso unverständlicher war für den Wirtschaftsliberalen der Kommentar von Ralf Stegner, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein und Stellvertretender SPD Parteivorsitzender, auf Twitter: "Jammerei über Mindestlohn, man müsse "jetzt" Arbeitszeiten aufschreiben, ist doch lächerlich-wer nicht mal das kann, ist Trottel oder Ganove!". "Das ist eine ungerechtfertigte Beleidigung für jeden Unternehmer und den gesamten Mittelstand", so Kemmerich.

Kemmerich beanstandet, dass die Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung nicht nur ein sprachliches Ungetüm sei, sondern vor allem handwerklich schlecht gemacht wurde. "Unternehmen und Verbände haben frühzeitig gewarnt, dass sich das Mindestlohngesetz zu einem bürokratischen Monstrum auswachsen würde, weil Arbeitszeiten durch die Arbeitgeber bis ins Detail dokumentiert und nachgewiesen werden müssen, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, den Mindestlohn umgehen zu wollen", kritisiert Kemmerich abschließend.