Wirtschaftspolitik

"Die Große Koalition macht viele Schritte. Leider nur Rückschritte!", so kommentiert der Erfurter FDP-Stadtrat und ehemalige Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses des Thüringer Landtages, Thomas L. Kemmerich, den Beschluss zur Frauenquote. "Eine Quotenregelung wird den Anteil von Frauen in leitenden Positionen nicht erhöhen. Nach wie vor zählen Leistung und Qualifikationen", so Kemmerich. Als gutes Beispiel dafür zitiert Kemmerich die von der Initiative "Frauen unternehmen" ausgewählte Vorbildunternehmerin Nadine Reinhold aus Jena: "Man muss sich Positionen erarbeiten, da zählen Leistung, Qualität und wie ich mich selbst verkaufe. Das kann eine Frau genauso clever wie ein Mann", so Reinhold.

"Eine Frauenquote passt nicht in eine moderne Gesellschaft und Unternehmenskultur, in der Qualifikation und die Qualität der Leistung zählen und nicht das Geschlecht. Wir Freien Demokraten teilen damit die Einschätzung der Fachwelt, dass die Unternehmen ihr Führungspersonal selbst auswählen sollten. Wir Liberalen lehnen ein starres gesetzliches Diktat ab und setzen vielmehr auf Transparenz und Selbstverpflichtung der Unternehmen", so der Wirtschaftsliberale kritisch.

"Eine Quote schafft zudem keine Alternativen, um sich nicht zwischen Kindern und Karriere entscheiden zu müssen", ist sich Kemmerich sicher. "Wenn wir nichts für eine an den konkreten Bedürfnissen der Frauen orientierten Kinderbetreuung tun, boxen wir Quoten für unser Gewissen durch, lösen aber keines der Probleme von Frauen in Führungs- und Aufsichtspositionen", so Kemmerich abschließend.