Wirtschaftspolitik

"Weder staatlich verordnete Frauenquoten noch Eingriffe in die Gehaltsstrukturen lösen dieses Problem. Wichtig für gleiche Karriere- und Verdienstchancen ist eine gute Betreuungsinfrastruktur", so kommentiert der Erfurter FDP-Stadtrat und ehemalige Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses des Thüringer Landtages, Thomas L. Kemmerich, den morgigen equal pay day und die Transparenzoffensive von Manuela Schwesig. "Das Gesetz zur Frauenquote ist gerade ein paar Tage alt, da bereitet Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig schon das nächste Quälinstrument für die Wirtschaft vor", so der Wirtschaftsliberale weiter. Mit einem speziellen "Entgeltgleichheitsgesetz" will die Ministerin das in Deutschland immer noch empfindlich hohe Lohngefälle zwischen Männern und Frauen einebnen. Es gibt viele Ursachen für die Gehaltsunterschiede. Entscheidenden Anteil an der Ungleichheit haben familienbedingte Auszeiten für Frauen. Außerdem arbeiten Frauen tendenziell in Berufen, die generell niedriger entlohnt werden, und haben einen geringeren Beschäftigungsumfang.

"Der Beschluss einer Frauenquote geht doch am Kernproblem vorbei. Solange es keine adäquaten Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt, wird auch eine Quotenregelung den Anteil von Frauen in leitenden Positionen nicht erhöhen", so Kemmerich. Noch immer basiere das System der Familienpolitik auf Transferleistungen. Zumindest für ein Elternteil bedeutet Nachwuchs damit das staatlich geförderte Ende der Karriere. Erziehungsgeld, Elterngeld, Kindergeld... diese Zahlungen fördern nicht das berufliche Fortkommen sondern vielmehr das Ende bzw. eine längere Pause im Job. "Eine Frauenquote steht dem gegenüber, schafft aber keine Alternativen, um sich nicht zwischen Kindern und Karriere entscheiden zu müssen. Wir brauchen eine moderne Familienpolitik. Mehr flexible Arbeitszeiten und Telearbeit können Eltern ermöglichen, auch mit Kindern im Beruf zu bleiben", ist sich Kemmerich sicher.