Gleichstellungspolitik

Anlässlich des Urteils des Europäischen Gerichtshofs, wonach der generelle Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blutspende in Frankreich diskriminierend sein kann, erklärte der gleichstellungspolitische Sprecher der Thüringer Freien Demokraten, Jan Siegemund: "Wir fordern die Regierung auf, dieses Urteil zum Anlass zu nehmen, um gemeinsam mit der Ärztekammer endlich die auch in Deutschland aktuell stattfindende Diskriminierung homosexueller Männer zu beenden. Das geltende Verbot entspricht einem Weltbild aus dem letzten Jahrhundert, das zu einer Zeit entstanden ist, in der Schwulen ein exzessiver Lebenswandel unterstellt worden ist. Das Urteil des EuGH trägt endlich den realen Tatsachen Rechnung und verlagert die Debatte in die gegenwärtige Lebenswirklichkeit: Statt aufgrund einer bloßen Zugehörigkeit zu einer vermeintlichen "Risikogruppe" muss der Ausschluss von der Blutspende allein aufgrund eines konkreten Risikoverhaltens erfolgen. Für uns Freie Demokraten ist es keinesfalls vertretbar, Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung pauschal ein bestimmtes sexuelles Risikoverhalten zuzuordnen."

Weiter erklärte Siegemund, der Mitglied des FDP-Landesvorstandes ist und den Landesfachausschuss "Gleichstellung und Vielfalt" der Liberalen leitet: "Die Unterstellung, dass von homosexuellen Männern alleine wegen ihrer sexuellen Orientierung eine größere Gefahr bei Blutspenden ausgeht, ist damit eine klare Diskriminierung. Jede Blutspende wird mehrfach auf Infektionen überprüft und die Spender werden bei Befunden informiert. Auf diese Weise leisten die Blutspendedienste auch eine wichtige Arbeit für die Früherkennung von Infektionen. Vor allem jedoch sind die Blutspendedienste dringend auf alle Spender angewiesen, da es immer wieder zu Engpässen kommt, wenn die Blutkonserven knapp werden. Wer schwule Männer also per se als Spender ausschließt, der schadet letztlich damit den Menschen, deren Leben von einer Blutspende abhängen kann", so Siegemund abschließend.