Familien- und Wirtschaftspolitik

"Deutschland ist zu spießig für eine vernünftige Zuwanderungspolitik und die Bundesregierung ist auch leider nicht bereit für eine vernünftige Familienpolitik. Deutschlands Wohlstand wird massiv einbrechen, wenn wir nicht aktiv gegensteuern. Das bedeutet: wir brauchen gezielte Zuwanderung und wir müssen jungen Fachkräften eine Chance geben, eine Familie zu gründen und trotzdem beruflich erfolgreich zu sein", kommentiert der Thüringer Wirtschaftsexperte, Thomas L. Kemmerich, die neue Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Danach wurden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1.000 Einwohner geboren. Das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1.000 Einwohner. "Die weltweit niedrigste Geburtenrate wird zum Standortproblem für Deutschland. Nicht die jetzige Generation wird die Folgen direkt spüren, sondern die Generation unserer Kinder", so Kemmerich.

"Als unmittelbare Folge drohen höhere Lohnnebenkosten, mittelbar der Mangel an Fachkräften. Daher ist gezielte Zuwanderung junger Fachkräfte ein unverzichtbares Stabilisierungsinstrument. Aber auch die Erwerbstätigkeit der Frauen muss verstärkt gefördert werden, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu sichern", so der Wirtschaftsliberale. Denn noch immer basiert das System der Familienpolitik auf Transferleistungen. "Zumindest für ein Elternteil bedeutet Nachwuchs damit das staatlich geförderte Ende der Karriere. Erziehungsgeld, Elterngeld, Kindergeld... diese Zahlungen fördern nicht das berufliche Fortkommen sondern vielmehr das Ende bzw. eine längere Pause im Job", kritisiert der familienpolitische Sprecher der FDP und Mitglied im Landesvorstand, Robert-Martin Montag, den Kurs von Frau Schwesig. "Wir brauchen eine moderne Familienpolitik. Mehr flexible Arbeitszeiten und Telearbeit können Eltern ermöglichen, auch mit Kindern im Beruf zu bleiben", ist sich Montag sicher.