"Der Freihandel mit den USA bringt nur Chlorhühnchen und Hormonfleisch? Leider wird dieser Unfug in der öffentlichen Debatte weit verbreitet. Chlor- oder Hormonbehandlung sind in der EU nicht gestattet. Auch ein Freihandelsabkommen hebt diese Verbote nicht auf. Richtig ist hingegen, dass durch das Freihandelsabkommen das Handelsvolumen zwischen Europa und den USA zusätzlich um 30 Prozent und die europäische Wirtschaft um 0,5 Prozentpunkte wachsen wird. Die Einkommen aller Deutschen werden dadurch steigen und weitere Arbeitsplätze entstehen. Doch der Wachstumsgedanke bleibt in der Debatte zu oft außen vor", so argumentiert Thomas L. Kemmerich, Bundesvorsitzender des Liberalen Mittelstands und Thüringer Wirtschaftsexperte, gegen die Vorbehalte vor dem Abkommen zur TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership). So schätzt das Ifo Institut, dass das Realeinkommen in Deutschland in Folge eines transatlantischen Partnerschaftsabkommens langfristig um 4,7 Prozent steigen könnte. Eine umfassende Absenkung nichttarifärer Handelsbarrieren könnte zudem bis zu 110.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland sowie rund 400.000 in der EU insgesamt schaffen.

"Ich bin daher überzeugt, dass die europäischen Bürger von einem offeneren US-Markt sehr profitieren würden. Die Debatte darf nicht zu einseitig oder gar angstmachend geführt werden", so Kemmerich weiter. Der Wirtschaftsliberale diskutiert unter der Fragestellung "Bedroht der Freihandel unsere Freiheit" im Diskussionsforum der Friedrich-Ebert-Stiftung u.a. mit Sandro Witt, stellv. Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, Jakob von Weizsäcker, Mitglied des Europäischen Parlaments, am Freitag, 03. Juli 2015, ab 17 Uhr im Ringhotel Schloßberg (Ernst-Thälmann-Straße 62 in 07806 Neustadt an der Orla).