Wirtschafts- und Finanzpolitik

Der Bundesvorsitzende des Liberalen Mittelstands e.V. und Thüringer FDP-Wirtschaftsexperte, Thomas L. Kemmerich, kritisiert das Ausmaß der Dokumentationspflichten im Zusammenhang mit dem Kindergeldbezug und dem damit verbundenen bürokratischen Start ins Leben von Schulabgängern: "10 Seiten Formulare - das ist der Willkommensgruß der Verwaltung im Leben. Wozu dieser Kontrollwahn zur Feststellung des Kindergeldbezugs? Im Normalfall wird danach ein Studium oder eine Berufsausbildung aufgenommen. Könnte man die Vorgehensweise nicht umdrehen, dass die Eltern den Bezug des Kindergeldes abmelden müssen anstatt dieser Formularsucht?", schlägt Kemmerich vor.

Das Statistische Bundesamt ermittelt jährlich die kindergeldberechtigten Personen nach der Vollendung des 18. Lebensjahres. Im Bundesgebiet haben im Jahr 2014 842.281 Schüler die Schule mit einer allgemeinen Hochschulreife verlassen. 2015 waren es 837.344 Schüler mit Abitur. Volljährige Kinder erhalten danach weiterhin ohne Berufsausbildung/ abgeschlossenes Studium bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld. Gleichwohl erhalten Volljährige mit abgeschlossener Ausbildung/Studium unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin bis Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld. "Daraus erschließt sich doch in etwa die Anzahl der Kindergeldberechtigten der nächsten drei Jahre. Da sie bis dahin den Anspruch des Kindergeldes erfüllen: nämlich eine Ausbildung/ein Studium absolvieren oder noch suchen und sich anteilig auf das Studium oder die Berufsausbildung verteilen. Danach sollten Eltern und volljährige Kinder das Kindergeld von allein abmelden oder eine Fortsetzung des Bezuges beantragen müssen. Das spart den Kontroll- und Dokumentationswahnsinn", so Kemmerich weiter.

"Wir müssen das Vertrauen in den Bürger wieder stärken. Und dazu gehört auch die Übernahme von Verantwortung. Anstatt der Flut an Formularen nach dem Abitur plädiere ich für mehr Vertrauen in die Eltern und ihre Kinder, nachdem sie sich für ihren weiteren Ausbildungsweg entschieden haben. Der Kontroll- und Dokumentationswahnsinn in Deutschland hat mittlerweile ein unbeschreibliches Ausmaß erreicht.", so Kemmerich abschließend.