Wirtschaftspolitik

"Wir müssen für Eltern die Möglichkeit schaffen, erwerbstätig zu sein, anstatt sie durch falsche Anreize vom Arbeitsmarkt fernzuhalten. Deutschland hat die weltweit niedrigste Geburtenrate - das wird zum Standortproblem für Deutschland. Nicht die jetzige Generation wird die Folgen direkt spüren, sondern die Generation unserer Kinder", kommentiert der Thüringer Wirtschaftsexperte, Thomas L. Kemmerich, eine bisher unveröffentlichte Untersuchung von Wissenschaftlern des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo). Laut der Untersuchung steigert eine höhere Betreuungsquote auch die Geburtenrate. Der Wirtschaftsliberale Kemmerich fordert daher, dass die nun frei werdenden Mittel des Betreuungsgeldes in den Ausbau und die Flexibilisierung des Kinderbetreuungsangebots investiert werden müssten. Das Bundesverfassungsgericht hatte das Betreuungsgeld im Juli 2015 für verfassungswidrig erklärt. "Was Familien wirklich brauchen, ist eine gute funktionierende Infrastruktur und keine weiteren Geldleistungen vom Staat", ist sich Kemmerich sicher.

"Allein 2014 war für das Betreuungsgeld mehr als eine halb Milliarde im Bundeshaushalt veranschlagt. Dieses Geld wäre viel sinnvoller in eine quantitative und qualitative Erweiterung des Betreuungs- und Bildungsangebots investiert gewesen. Von einem Ausbau flexibler und ganztätiger Betreuungsangebote profitieren Mütter und Väter, die Familie und Beruf vereinbaren wollen. Insbesondere Alleinerziehende würden vermehrt die Möglichkeit bekommen, erwerbstätig zu sein und so ihr Armutsrisiko erheblich zu verringern", ergänzt Kemmerich abschließend.