Laut neuester Prognose der Bundesregierung wird die Zahl der Asylbewerber in Deutschland dieses Jahr auf 800.000 Menschen ansteigen. "Deutschland ist ein starkes Land und kann auch eine humanitäre Herausforderung dieser Größenordnung bewältigen. Doch dafür muss Frau Merkel endlich entschlossen handeln und ihre Verantwortung nicht länger bei Ländern und Kommunen abladen", kommentiert Thomas L. Kemmerich, Mitglied im FDP-Bundesvorstand und Thüringer Wirtschaftsexperte, die derzeitige Flüchtlingspolitik in Deutschland. "Wir müssen ein paar grundlegende Schritte für eine bessere Einwanderungspolitik tun: Zunächst müssen die Verfahren deutschlandweit durch zusätzliches Personal beschleunigt werden. Statt der 1.600 neuen Zöllner zur Kontrolle des Mindestlohns hätte man die Strukturen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge stärken können", so Kemmerich weiter. "Weiterhin muss die ungesteuerte Einwanderung vom Westbalkan gesteuert werden. Derzeit kommt knapp die Hälfte der Asylanträge von Bewerbern aus den Ländern des Balkans. Sie suchen aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse in ihren Ländern eine bessere Perspektive bei uns", so Kemmerich. "Es ist jedoch grotesk, dass derzeit Tausende junge Menschen vom Balkan mit völlig falschen Erwartungen als Asylbewerber einreisen in aussichtslosen Verfahren landen und nach mehreren Wochen oder Monaten wieder ausreisen müssen. Dadurch kommen Ängste in der Bevölkerung auf und lässt mitunter die Debatte in der Öffentlichkeit emotional hochfahren", ist sich Kemmerich sicher.

"Wenn wir all diese Schritte gehen und zudem die Einwanderungsregeln endlich durch ein Einwanderungsgesetz samt verlängertem Jobsuchervisum und Punktesystem weiter liberalisiert wird, kann auch Integration stattfinden und ließe die Einwanderung für die Stadt Erfurt und den Freistaat Thüringen zu einer echten Chance werden. Wenn die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern und Kommunen die Probleme abarbeitet, kann die Arbeit mit den Flüchtlingen vor Ort beginnen. Indem gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und ansässigen Wirtschaftsverbänden die benötigten Arbeitskräfte angeworben werden und eine legale, arbeitsmarktbezogene Migration gefördert wird", appelliert Kemmerich abschließend.