"Ab dem neuen Schuljahr werden ca. 380 HortnerInnen an Erfurter Grundschulen gebraucht. 333 Erzieher sind derzeit an Grundschulen beschäftigt, abzüglich derer, die nicht in den Landesdienst wechseln, muss die Stadt mindestens 50 Erzieher (statt der angegebenen 18 Erzieherstellen) einstellen. Bei der aktuellen Arbeitsmarktsituation eine Herausforderung!", fasst der FDP-Stadtrat und Thüringer Landesvorsitzende, Thomas L. Kemmerich, die Antworten einer gestellten Stadtratsanfrage zusammen, die zur Stadtratssitzung am 15.06.2016 öffentlich beantwortet wird. "In zwei Wochen beginnen im Freistaat die Sommerferien, doch die Absicherung der Hortbetreuung ist noch ungeklärt. Die Stadt und die Landesregierung haben eine Lösung der Situation rausgezögert und sich am Ende verzockt. Jede Seite schiebt sich nun den schwarzen Peter zu und entzieht sich der Verantwortung. Für Eltern, Kinder und Erzieher ist das eine verantwortungslose Situation", so Kemmerich weiter. Laut der Antwort der Stadtverwaltung ist die Anzahl der zu betreuenden Hortkinder bekannt, jedoch liegen der Stadt keine Informationen über die Personalplanung ab 01. August 2016 in den Schulhorten vor. Zudem hat die Landeshauptstadt keine Kenntnis über gegebenenfalls notwendige Neueinstellungen. "Mit dem Ende des Modellprojektes "Weiterentwicklung der Thüringer Grundschulen" ist die Landeshauptstadt zwar formal nicht mehr für die Personalplanung zuständig. Doch wer stellt die neuen Erzieher ein", fragt der Stadtrat.

"Es bleiben zu viele Fragen offen und ich fordere für die Familien und Erzieher Antworten, ob von der Stadt oder vom Land. Wie viele Stellen müssen noch besetzt werden, können überhaupt alle erforderlichen Stellen noch rechtzeitig besetzt werden? Wenn ja, ist mit einer Gebührenerhöhung für den Schulhort zu rechnen? Keine Angaben - und das am 14.06.2016", kritisiert der Stadtrat weiter. Die Konsequenzen und Folgen für die Familien und Erzieher wird Stadtrat Kemmerich in der morgigen Stadtratssitzung einfordern.