Auf der Tagesordnung der 33. Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 01.11.06 stand diesmal die Beschlussfassung über die durch die Stadtverwaltung neu gefasste Gebührensatzung für Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft. Im Eiltempo soll diese nun durch die Gre-mien geboxt werden, um ein Inkrafttreten zum 01.01.2007 zu ermöglichen. Die Bestrebungen des einkommensbezogenen Modells des neuen Sozialdezernenten der CDU, Frank Schenker die Höchstbelastungen und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, stießen zwar sowohl bei den Mitgliedern des JHA, als auch den Elternvertretern der KiTas auf grundsätzliches Wohl-wollen. Allerdings kamen trotz der kurzen Zeit, sich mit dem Entwurf seit Bekanntgabe zu beschäftigen, zu einigen Punkten doch konstruktive Anregungen, aber auch z.T. herbe Kritik vor allem seitens der Elternvertreter der KiTas auf. Hier zeigten sich die Autoren des neuen Entwurfes jedoch kooperativ und übernahmen teilweise Änderungsvorschläge. So fand bei-spielsweise Eingang in die Satzung eine bis dato fehlende Gebührenregelung bezüglich des 4. Kindes und eine Anhebung der Regelbetreuungszeit von 45 auf 50 Stunden pro Woche.
Zum Eklat kam es, als Gudrun Hagemann vom Elternbeirat der KiTa "Munketal" darauf hin-wies, dass die von dem vorliegenden Modell zugrunde gelegte Bemessungsgrundlage keines-falls zu Einsparungen gegenüber dem Vorgängermodell führt. Dem zunächst ungläubigen Sozialdezernenten blieb fast die Luft weg, als die kompetente Elternbeirätin mit Hilfe der freien Träger den anwesenden Verwaltungsmitgliedern den Fehler immer wieder gebetsmüh-lenartig erklärte und vorrechnete. Der resignierte Dezernent konnte sein Modell folgerichtig der Beschlussfassung nur entziehen und versprach, das Problem unter Mitarbeit Fr. Hage-manns erneut zu beheben. Damit war insoweit auch die angestrebte Inkrafttretung der Satzung zum Jahreswechsel hinfällig. Nach einer zehrenden Debatte, wie nun weiter zu verfahren, soll die Gebührensatzung nun unter Mitwirkung und späteren Übernahme der freien Träger derart überarbeitet werden, dass das Inkrafttreten einer fundierten Satzung bis spätestens 01.04.2007 ermöglicht wird. Trotz seines in der Tat peinlichen Fauxpas (der offensichtlich selbst den Fi-nanzexperten der Stadt verborgen blieb) darf sich Frank Schenker dennoch ein Stück weit als Gewinner fühlen, zeigt er sich, im Gegenteil zu seinem Vorgänger, konstruktiver Kritik doch einsichtig und aufgeschlossen. Gewinnerin ist auch Gudrun Hagemann, die in kompetenter und beherzter Art und Weise der Verwaltung und einem Großteil der Mitglieder des JHA an diesem Abend die Grenzen aufgezeigt hat.