29.11.2006 Reimann

Der Arbeitskreis "Wirtschaft und Mittelstand" besuchte am 23.November 2006 den Eigenbetrieb „jenarbeit“, der in Wahrnehmung des Optionsmodells (d.h. an Stelle der Agentur für Arbeit) im Rahmen der Experimentierklausel die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach SGB II wahrnimmt. Somit stattete der AK dem vierten und letzten der Jenaer Eigenbetriebe seinen Besuch ab und konnte sich erneut davon überzeugen, dass Jena mit dieser Art der städtischen Aufgabenbewältigung hervorragend fährt. Die Bilanzen von „jenarbeit“ - nach einem anfänglich doch komplizierten Start - sind überwiegend positiv. "Natürlich“, so Werkleiter Eberhard Hertzsch, „gibt es immer etwas zu verbessern!" Genauso gilt es wie überall: "... sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen."
Die statistischen Zahlen sprechen für sich und es ist absehbar, dass die Stabilisierung und Effektivierung sich stetig verbessern wird. Jena kann mit stolz sagen, wir kümmern uns gut um unsere ALG2-Empfänger. So sind z.B. die Bearbeitungszeiten so kurz als möglich und die Vermittlungsquote liegt mit ca. 90 pro Monat über der der Bundesagentur. Damit sind Vermittlungen gemeint, die zu einer Beschäftigung länger als 6 Monate führen. Das Optionsmodell bewährt sich!
Ebenso erfreulich ist aus liberaler Sicht, dass durch nur einen Kontrolleur bereits zahlreiche Fälle des Missbrauchs aufgedeckt und so abschreckende Wirkungen diesbezüglich erzielt wurden. Es soll ja schließlich fair zu gehen!
Der politische Auftrag aus diesem Besuch ist mit Blick auf Berlin gerichtet. Da die Regelung für Optionen der Kommunen nur bis 2010 festgeschrieben ist, sich aber jetzt schon zeigt, dass eine Weiterführung und Öffnung für andere Kommunen ratsam ist, wäre eine schnelle Regelung hierzu aus dem Bundestag notwendig, damit die nötige Planungssicherheit und Fortführung gewährleistet wird.
Jena hat eben doch eine Leuchtturm-Wirkung!