Leutenberger Stadträtin plant Vereinsgründung für einen Kinderbauernhof
Von OTZ-Redakteurin Sabine Bujack-Biedermann Leutenberg. Nils zeigt, wie viel Freude Ausmisten machen kann. Der Zehnjährige geht seiner Mutter Tag für Tag zur Hand, wenn es gilt, die Anfänge ihrer Idee zu pflegen: sechs Ziegen. Elke Wolfgram (51) will einen Kinderbauernhof in Leutenberg einrichten.

"Man kann nicht immer nur davon sprechen, dass man etwas für die Jugend tun will, man muss auch etwas machen", sagt die umtriebige Geschäftsfrau, die für die FDP im Stadtrat sitzt, die Jugendbeauftragte des Erholungsortes ist und auch den La Vida Dance and Fun Club e. V. leitet. "Und beim Tourismus ist es genauso", fügt sie an.
In der Verbindung dieser beiden Ziele, die in Vorbereitung der Kommunalwahl quer durch alle Lager thematisiert wurden, liegt ihre Idee für einen Kinderbauernhof. Elke Wolfgram hat als Kind bei Verwandten die Faszination der Landwirtschaft erlebt, nun will sie daraus eine Attraktion für Einheimische wie für Feriengäste, "die dann viel eher auch die Enkel mitbringen", entwickeln - am liebsten als Verein.

So kann sie nicht nur die Arbeit auf breite Schultern verteilen sondern auch die Begeisterung. Für Elke Wolfgram ist es Freude, dreimal täglich auf das gepachtete Grundstück am Stadtrand zu fahren oder zu gehen, die Ziegen zu füttern und auszumisten, Gäste zu begrüßen und schon mal zu planen, wo die Enten demnächst unterkommen. "Auf Rinder und Schweine werden wir zunächst verzichten", bleibt sie Realistin, "aber zwei Esel kommen auf jeden Fall dazu." Die Nutzung von Nachbargrundstücken zur Futtergewinnung ist schon erkundet worden.

Dabei denkt die Vereinsorganisatorin nicht an Tierzucht, und auf keinen Fall werden ihre Zöglinge beim Schlachter enden. Aber genauso wenig soll eine Idylle vorgespielt werden. Familie Wolfgram ist dazu zunächst in tatkräftige und finanzielle Vorleistung gegangen, denn auch Ehemann Uwe Wolfgram (50) unterstützt die Idee. Und selbst der 13-jährige Sohn Moritz lässt sich ab und zu vom Computer weg in die Natur locken. "Wir werden Spenden brauchen", ist Elke Wolfgram klar, "aber bitte keine Essensreste, die über den Zaun geworfen werden." Deshalb soll bereits am 11. August, 19.30 Uhr, im Rathaus der Verein gegründet werden.Ich hoffe, dass mich alle unterstützen, die immer sagen, etwas für die Jugend tun zu wollen.