Die erste der vier auf dem Programm stehenden Stationen war die Grundschule "Heinrich Heine" in Uhlstädt, wo die Politiker von der neuen Schulleiterin begrüßt wurden. Frau Ulrike Weidner ist erst seit 5 Wochen im Amt und berichtete über ihre herzliche Aufnahme seitens ihrer Schüler und Kollegen. Dies war ein sehr angenehmer Start in die neue Position, der es ihr ermöglicht, sich sofort mit wichtigen Themen des Schulalltags auseinanderzusetzen. Sie möchte nicht nur die an ihrer Einrichtung geschaffenen Strukturen und Werte bewahren, sondern zugleich offen für Neues sein und legt besonders großen Wert auf die Einbindung von Eltern und Partnern zum Wohle der Grundschüler. Dazu gehöre auch, so Weidner, "dass man die Meinung von Ihnen und Ihren Kindern zu bestimmten Sachverhalten hinterfragt und in den Schulentwicklungsprozess mit einfließen lässt."

Während des Besuchs von Koppe und Hitzing an der Uhlstädter Grundschule wurde hinsichtlich der Integration eine aktuelle Debatte thematisiert. Jedes Kind hat ein Recht, entsprechend seiner Möglichkeiten spezifisch gefordert und gefördert zu werden. Das Thema Inklusion ist an der Uhlstädter Grundschule seit langem eine Selbstverständlichkeit. Die Hauptanliegen bestehen in der Umsetzung des gemeinsamen Auftrages für Thüringer Schulen durch integrative Beschulung von Kindern mit unterschiedlichen physischen und psychischen Voraussetzungen. Das verlangt mehr Zeit für Kinder. Durch die Integration von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen bei gleichzeitiger differenzierter Förderung sollen die Schüler miteinander und voneinander lernen, Zugehörigkeit erleben, Sozialkontakte schließen, Selbsterfahrungen machen und die Verschiedenheit eines jeden Kindes akzeptieren. Diese Ziele können aber nur umgesetzt werden, wenn die personellen und sächlichen Bedingungen die Voraussetzung für einen "Gemeinsamen Unterricht" bilden. Wünschenswert ist, dass ausgebildete Erzieher und Erzieherinnen ihr Stundenvolumen erhöht bekommen, um noch mehr unterstützend den "Gemeinsamen Unterricht" bereichern zu können. Das setzt natürlich voraus, dass das gesamte Erzieherpersonal nicht unterschiedlich entlohnt wird und einem Arbeitgeber, vorzugsweise dem Land Thüringen, unterstehen sollte.
Anschließend ging es weiter nach Partschefeld auf den Hof Sallach. Während des Gespräches berichtete Frank Sallach, wie er gemeinsam mit seiner Frau Katrin seit 1991 den Betrieb in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut hat. Auf dem familiär geführten Bauernhof, dessen Haupterwerb aus der Zucht, Verarbeitung und Direktvermarktung von Rindern, Schweinen, Flugenten und Gänsen besteht, werden traditionelle Produktionformen mit ökologischen Standards verbunden. Es werden nicht nur größtenteils selbst erzeugte Produkte verfüttert, sondern es steht auch die Haltung und Verarbeitung der Tiere mit althergebrachten Mitteln im Vordergrund. Für den Verkauf der Produkte werden die Wochenmärkte der Region und der eigene Hofladen genutzt. Letzteres verweist auch auf den Wunsch der Familie Sallach, lokal produzierte Lebensmittel wieder schätzen zu lernen sowie ihren Kunden und insbesondere auch Kindern die Landwirtschaft wieder ein Stück näher zu bringen.
Anlässlich des Tages der offenen Schulen und heilpädagogischen Wohnheime Keilhau besuchten die FDP-Politiker als dritte Station die "Freie Fröbelschule Keilhau". In den Klassen 1-10 wird hier sehr individuell auf die sonderpädagogische Förderung von Schülern mit Sprachentwicklungsstörungen eingegangen. Das Gespräch mit dem Kollegium richtete sich auf die Unterstützung der Ganztagsschule durch namhafte Betriebe aus der Region, wie Siemens, Vattenfall und Trumpf, die fester Bestandteil zur Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben sind. Insbesondere auch die Fahrt- bzw. Unterbringungskosten in der idyllisch, jedoch nicht abseits gelegenen Schule, wurden thematisiert. Da dem kleinen Schulstandort mit Tradition kaum öffentliche Nahverkehrsmittel zur Verfügung stehen, ist man dahingehend auch auf politische und finanzielle Unterstützung angewiesen. Frau Hitzing und Herr Koppe nahmen aber auch die Problematik der Entlohnung der freien Schulen mit nach Erfurt.
Als letzte Station stand ein Besuch im Geflügelhof Teichweiden auf dem Programm der beiden Politiker. Der traditionelle Gewerbebetrieb leistet mit seinen 14 Beschäftigten einen Spagat zwischen hoch angelegten sozialen Standards, Tierschutz und Wettbewerb. Ein Netzwerk an lokalen Lieferanten versorgt den Geflügelhof mit Futter aus regionalem Anbau, ein Kreislauf der seines Gleichen sucht. Zudem erleichtert der Betrieb jungen Müttern den Wiedereinstieg in das ländliche Arbeitsleben, indem er bezahlte Kindergartenplätze zur Verfügung stellt. Somit wird auch der Fluktuation von Land und Region vorbildlich vorgebeugt. Davon konnten sich die Politiker hier überzeugen. Zum Abschluss der Bereisung wurden weitere Besuche in Unternehmungen im Landkreis geplant, die sich über das Jahr verteilen werden.