FDP Saalfeld fordert innerstädtisches Verkehrskonzept - Kostenfreies Parken bleibt

Von OTZ-Redakteurin Ute Häfner Saalfeld.
Die Saalfelder FDP fordert von den Stadtverantwortlichen "ein baldmöglichstes und schlüssiges innerstädtisches Straßenkonzept, um allen Händlern, Gewerbetreibenden und Angestellten eine Planungs- und Arbeitsperspektive zu geben", heißt es in einer Mitteilung. In der Saalfelder Innenstadt fehlen rund 300 Parkplätze, die Linienführung des OVS ist nicht optimal und der Tourismus wird durch nicht nutzbare Parkflächen für Reisebusse stark behindert, argumentieren die Liberalen. Im Gegenzug seien in den vergangenen 15 Jahren ideale Bedingungen für die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese und in der Bahnhofsregion geschaffen worden. "Jetzt wird es Zeit, die Innenstadt zu stärken."

Bürger wie auch Gäste sollten gern in die Innenstadt kommen, was laut FDP aber nicht funktioniert mit reinen Fußgängerzonen oder halbherzigen Parkplatzkonzepten. Wenn das innerstädtische Verkehrskonzept nicht bald umgesetzt werde, sehen die Liberalen bis zu 300 Arbeitsplätze im mittelständischen Gewerbe im Stadtgebiet gefährdet.
Die Arbeitsgruppe Verkehrskonzept, bestehend aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Stadträten, wird sich laut Stadtentwicklungsdezernent Wolfgang Dütthorn diese Woche wieder treffen. Dütthorn hat den Ehrgeiz, dass sich die Gruppe spätestens bis zum Jahresende auf ein umsetzbares Konzept geeinigt hat und sieht erste Schritte bereits in Angriff genommen. So habe die Stadt ihren äußeren Erschließungsring mit Graben, Friedens-, Schiller-, Gutenberg-, Sonneberger-, Breitscheidstraße und einspuriger Niederer Köditzgasse festgelegt. Der 2009 geplante Umbau der Darrtorkreuzung gehört dazu. Man wisse, wo man im südlichen Stadtteil (Knochstraße) und nördlichen Teil (Schießteich bis Darrtor) Parkplätze hat bzw. errichten wird. Die Möglichkeit einer zweiten Saalebrücke sei kurzfristig nicht zu machen, bei der Entwicklung des Gebietes Bohnstraße aber stets im Hinterkopf zu behalten.

Was nun noch fehle ist Teil drei des Verkehrskonzeptes, die historische Altstadt. Laut Dütthorn ist die Verwaltung am Zuge, aus den vier vorgelegten Konzepten verschiedener Büros etwas zu erarbeiten. Sobald ein Konsens in der Arbeitsgruppe Verkehrskonzept ersichtlich ist, wolle man sich auch wieder ein Planungsbüro von außen "mit ins Boot nehmen", wie Dütthorn sagt.

Zum Thema Parken in der Innenstadt hat der Bauausschuss des Saalfelder Stadtrates jüngst beschlossen, das kostenfreie Parken in der Oberen Straße, am Markt, in Saalstraße, Köditzgasse und Judengasse bis auf Widerruf wochentags ab 17 Uhr sowie samstags zu belassen, weil es zu keinen gravierenden Problemen kam. Die Stadt verzichtet damit auf rund 18 000 Euro Einnahmen an Parkgebühren. Kostenfreies Parken in der Knochstraße oder am Schießteich habe man nicht erörtert, bekannte Ordnungsamtsleiter Hartmut Thomas, obwohl das im Dezember-Stadtrat von Stadträten angesprochen worden war.

29.01.2008 OTZ - Ostthüringer Zeitung