Saalfelder Stadtrat äußert sich zu Klima in WG
Saalfeld(OTZ/U.H). Das "erhebliche Kommunikationsproblem", wie es Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul(parteilos) nannte, zwischen Vorstand und Mietern der Wohnungsgenossenschaft(WG) Saalfeld bewegte gestern auch die Saalfelder Stadträte.
Maik Kowalleck(CDU) und Helga Musiol(Linke/PDS) informierten, dass WG-Mieter aus Gorndorf an sie herangetreten seien und ihren Unmut über das Vorhaben der Genossenschaft gegenüber ihren Mitgliedern dargelegt hätten. Die Genossenschafter hatten vor zwei Wochen per Schreiben erfahren, dass beispielsweise der Wohnblock 12 bis 18 im zweiten Halbjahr 2009 abgerissen werden soll. Dabei war dieser Block 1994 teilsaniert worden, wurden sogar noch 2006 Bäder saniert, wie Musiol von den Mietern erfahren hat. "Die Leute sind fix und fertig", so die Stadträtin. Andere WG-Häuser in der Lendenstreichstraße sollen von fünf auf drei Etagenzurückgebaut werden, obwohl eine hohe Vermietungsquote vorliege.
Es gibt ein Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2002, das den Abriss von Wohnblöcken in Gorndorf vorsieht, erklärte Stadtentwicklungsdezernent Wolfgang Dütthorn(CDU). Ob darin der Abriss konkret der jetzt vorgesehenen Blöcke festgeschrieben ist, ist noch zu überprüfen. "Wenn ein voll bewohnter Block abgerissen werden soll, Stadtentwicklungskonzept hin oder her, ist das eine Sauerei", zeigte sich FDP-Stadtrat Dieter Büchner empört. Ob der Abriss wirklich sein müsse, werde man mit dem WG-Vorstand klären, versuchte Graul zu beruhigen.
Über das WG-Vorhaben Generationswohnen, das hinter der unteren Kaufhalle in Gorndorf entstehen soll und Auslöser für die öffentlichen Mieterproteste war, werden WG-Vorstand und Projektant auf Einladung der Verwaltung zur nächsten Bauausschusssitzung informieren.

28.02.2008 OTZ - Ostthüringer Zeitung