Kommunalpolitik

Vier Parteien nominieren Hans-Ulrich Lichtenheld als Bürgermeisterkandidaten
Von OTZ-Redakteur Wolfgang Schombierski Königsee. CDU, FDP, SPD und PDS/Die Linke in Königsee blasen zum Angriff. Ihr klar formuliertes Ziel in der Nominierungsveranstaltung am Montagabend war, den amtierenden Bürgermeister Jens A. Sprenger (IWW) bei der Wahl im kommenden Sommer abzulösen. Als "Kandidat aller demokratischen Parteien Königsees" sprachen sie sich im "Hotel zum Löwen" gemeinsam für CDU-Mitglied Hans-Ulrich Lichtenheld, 50 Jahre alt, aus. Die Spitzen der Vorstände verwiesen darauf, dass die Abstimmung in den eigenen Reihen jeweils einstimmig ausgefallen sei.
Dieter Gäbler, Fraktionsvorsitzender von PDS/Die Linke im Königseer Stadtrat, unterstrich die Bedeutung, dass es erstmals gelungen sei, einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Marian Koppe, Chef der FDP in der Rinnestadt, sprach von einem historischen Ereignis in Königsee, wenn nicht gar in Thüringen überhaupt. "Es ist höchste Zeit, dass Veränderungen eintreten", betonte er vor rund 50 Kommunalpolitikerinnen und -politikern. Dabei machte er deutlich, dass Marko Waschkowski von den Liberalen ebenfalls als Kandidat im Gespräch gewesen sei. Im Ergebnis von Beratungen habe man sich für Lichtenheld entschieden. Dennoch werde Waschkowski seinen kommunalpolitischen Weg machen.

Michael Bernhardt, Vorsitzender der SPD in Königsee, sagte, dass mit Hans-Ulrich Lichtenheld ein Mann gefunden worden sei, der zusammenführen könne und durchsetzungsfähig sei. "Ich denke, dass wir 2009 einen neuen Bürgermeister haben werden." Dr. Gunther Kranert vom Vorstand der CDU in der Rinnestadt wurde es nach eigenen Angaben warm ums Herz, denn "so viel politische Vernunft wie in diesem Raum" habe es bislang noch nicht gegeben. Er appellierte an die Teilnehmer der Zusammenkunft, konsequent gegen den politischen Gegner aufzutreten und kleinere Streitigkeiten der Vergangenheit angehören zu lassen. Kranert schloss mit einem Zitat von Willy Brand: "Wahlkampf ist Kampf, keine Nationalmeisterschaft im Maulheldentum."

Diplombauingenieur Lichtenheld dankte für das entgegen gebrachte Vertrauen. Am Rande machte er deutlich, dass er sich mit programmatischen Aussagen zurückgehalten habe, weil er mit allen Parteien der Zusammenkunft eine genaue Analyse der Amtszeit Sprengers vornehmen wolle und auf dieser Basis die richtungsweisenden Punkte gemeinsam erarbeiten werde.

Sprenger erklärte gestern auf Anfrage, dass er ganz sicher zur Bürgermeisterwahl im Jahr 2009 antreten werde. Mit der neuen Situation konfrontiert, sagte er: "Ich stelle mir die Frage, wie die große Parteienkoalition, die sich aus machtpolitischen Gründen auf einen Kandidaten verständigt hat, dies den Königseern beibringen will." Er sei gespannt, ob viele parteigebundene Königseer sich soweit verbiegen ließen, dass sie ihre Überzeugung über Bord werfen.

12.11.2008 OTZ - Ostthüringer Zeitung