Kommunalwahl

CDU verliert fünf Mandate - SPD, FDP stärker
Von OTZ-Redakteur Thomas Spanier
Saalfeld. Der Kreistag Saalfeld-Rudolstadt wird bunter. Zu den bisher bereits vertretenen fünf Parteien und Bürgerinitiativen kommen zwei weitere hinzu. Die neu gegründete Bürgerinitiative für mehr Demokratie und Mitbestimmung (BIDM) schaffte auf Anhieb gut zehn Prozent und auch die Grünen sind nach Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde mit ihrem Kreisvorsitzenden Sebastian Heuchel nach Jahren der Abstinenz wieder im Kreistag vertreten.
Stärkste Partei bleibt die CDU mit gut 30Prozent. Dennoch müssen die Christdemokraten als Verlierer der Kreistagswahl gelten, denn obwohl ihr Spitzenkandidat Dr. Jochen Tscharnke sprichwörtlich in jedem Dorf von den Laternen lächelte, verlor die CDU rund neun Prozent und muss sich mit fünf Mandaten weniger begnügen.
Vor allem wohl der Landratsbonus sorgte dafür, dass die SPD zweitstärkste Kraft im Kreistag bleibt. Die Linken folgen mit gut vier Prozent Abstand und leichten Verlusten gegenüber 2004 auf Platz drei.
Als Gewinner der Wahl dürfen sich neben der SPD auch FDP, Grüne und die neue BIDM betrachten. Selbst die nur mit vier Leuten angetretene BI gegen überhöhte Kommunalabgaben brachte drei davon ins Parlament.
Seitens der SPD sprach die bisherige Fraktionsvorsitzende Petra Rottschalk von einem schönen Ergebnis, mit dem die Wähler die gute Arbeit der Sozialdemokraten im Landkreis gewürdigt hätten. Man werde jetzt Gespräche mit den anderen Parteien und Bewegungen führen. Auch im Vergleich mit anderen Landkreisen in Thüringen habe die SPD Saalfeld-Rudolstadt gut abgeschnitten.
Für die CDU erklärte Vize-Kreischef Andreas Krauße, er sehe das bürgerliche Lager gestärkt aus der Wahl hervorgehen. Man müsse nun sehen, ob es für eine Mehrheit im Kreistag reiche. Wenn nicht, werde man in der Opposition gute Sacharbeit leisten.
Linken-Spitzenkandidat Andreas Grünschneder sieht das Wahlziel seiner Partei von 20Prozent knapp verfehlt, die Enttäuschung halte sich aber in Grenzen. Er freue sich über sein persönlich sehr gutes Ergebnis und sehe den Gesprächen mit Spannung entgegen. Für vorstellbar hält er eine Zusammenarbeit von SPD, Linken, Grünen und BI.
BI-Spizenmann Klaus Möller aus Meuselbach-Schwarzmühle war von den Stimmen für seinen Wahlvorschlag positiv überrascht und freute sich, dass man mit drei Leuten im neuen Kreistag vertreten ist. Er habe den Traum, dass man sich gemeinsam für unseren Landkreis einsetzt.
Das vorläufige Endergebnis der Kreistagswahl war auf den Rechnern des Landesamtes für Statistik gestern nicht abrufbar, weil ein Stimmbezirk der Gemeinde Kaulsdorf das Ergebnis der Auszählung zwar per Fax an das Kreiswahlbüro geschickt hatte, aber niemand in der Lage war, es in den Rechner in Kaulsdorf einzugeben. Die offenbar einzige befähigte Mitarbeiterin hatte sich zu einer Trauerfeier abgemeldet.

09.06.2009 OTZ - Ostthüringer Zeitung