Die FDP-Fraktion im Landtag warnt vor einer mangelhaften ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum in Thüringen. Die Situation "gebe unverändert Anlass zur Sorge", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Marian Koppe. Die Ankündigung von Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD), zehn Stipendien für die Bindung von jungen Ärzten an den Freistaat auszuloben, sei gegenüber der Lücke von derzeit 111 fehlenden Hausärzten in Thüringen nur "ein Tropfen auf den heißen Stein".

Die FDP will einen flächendeckenden Erhalt der ambulanten ärztlichen Versorgung erreichen. Das gelte auch für die fachärztliche Betreuung. Das Ziel, diese nur noch an Krankenhäusern mit angeschlossenen Polikliniken oder medizinischen Versorgungszentren anzubieten, lehne die Partei ab. Zudem sei eine "adäquate Vergütung der Leistungserbringer" sicherzustellen. Dazu müsse unter anderem die zeitnahe Abrechnung von Leistungen gewährleistet werden.
Sozialministerin Taubert schrieb in ihrer Antwort auf eine Anfrage der FDP, dass bereits jetzt in einigen Regionen Thüringens ein Ärztemangel drohe. Einen Versorgungsgrad von unter 100 Prozent wiesen im Jahr 2009 der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) zufolge die Kreise Eichsfeld, Hildburghausen, Ilm-Kreis, Nordhausen, Wartburgkreis und die Stadt Gotha auf. "Verschärfend" auf die Situation werde sich das recht hohe Alter der Ärzte im Freistaat auswirken, betonte Taubert. Mehr als die Hälfte der Hausärzte sei einer Studie der KV aus dem Jahr 2006 zufolge über 50 Jahre alt.

10.01.2010 OTZ - Ostthüringer Zeitung