Erfurt. (ddp) Die FDP-Landtagsfraktion wirft Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) mangelnde Unterstützung der Thüringer Kommunen für deren angestrebte eigenständige Betreuung von Langzeitarbeitslosen vor. Das Ministerium vernachlässige den Wunsch mehrerer Landkreise, Langzeitarbeitslose als Optionskommunen künftig in Eigenregie zu betreuen, sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marian Koppe. Die interessierten Kommunen wendeten sich inzwischen direkt an das Bundesarbeitsministerium und bekämen keine fachliche Unterstützung vonseiten des Landes. Thüringen kann es sich nicht leisten, auf das Optionsmodell zu verzichten, sagte Koppe.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wies die Vorwürfe als völlig abwegig zurück. Das Ministerium habe die Landkreise kontaktiert und Hilfe angeboten. Acht von ihnen hätten bisher von diesem Angebot gebraucht gemacht. Optionskommunen haben die Möglichkeit, Langzeitarbeitslose in Eigenregie zu betreuen. Bislang arbeiten 69 Kommunen bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen unabhängig von der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesregierung plant, bis zum 1. Januar 2012 deutschlandweit maximal 110 Optionskommunen zuzulassen, zwei bis drei davon könnten neu auf Thüringen entfallen.


12.06.2010 TLZ - Thüringische Landeszeitung