Gesundheitspolitik

Sozialministerin Heike Taubert (SPD) hält die Initiative der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag, den drohenden Medizinermangel mit einem "Landesärztedienst" abzuwenden, für untauglich.

Erfurt. "Damit lösen wir nicht das Problem. Wir verschieben es nur. Denn wir können nicht sagen, ob eine Arztpraxis nach Ablauf der zeitlich befristeten Anstellung seiner Inhaber bestehen bleibt oder nicht", sagte Taubert.

Sie bezweifle auch, ob ein verbeamteter Arzt überhaupt von Praxen oder medizinischen Versorgungszentren angestellt werden darf. "Würde der Vorschlag nur ansatzweise umgesetzt, wäre das fatal für unser Gesundheitswesen", so Taubert.

FDP-Gesundheitsexperte Marian Koppe sagte, mit bisherigen Modellen wie einem Stipendiensystem könne der Ärztebedarf nicht gedeckt werden. Das Konzept der Liberalen sieht vor, Hausärzte als Beamte auf Zeit in unterversorgte Gebiete zu entsenden.

Medizinstudenten müssten sich für 15 Jahre im Landesärztedienst verpflichten. Ihr Studium würde vollständig über ein Gehalt finanziert und als Dienstzeit angerechnet.

03.07.2010 TLZ - Thüringische Landeszeitung