Gemauschel bei Geldern, Wirrwarr beim Personal? Bei FDP und Grünen sorgt die Stiftung Familiensinn erneut für Ärger. Ginge es nach den Liberalen, würde die Stiftung aufgelöst.

Von Michael Wasner

Erfurt. Die FDP-Fraktion hat die Abschaffung der Stiftung Familiensinn gefordert. "Das Land kann sich eine solche Stiftung nicht mehr leisten", sagte der sozialpolitische Sprecher Marian Koppe. Es gebe genügend andere Möglichkeiten, Familienpolitik zu fördern. "Die 34 Millionen Euro Stiftungskapital können wir uns sparen."
Die Stiftung war 2005 ins Leben gerufen worden und Teil der umstrittenen Familienoffensive der damaligen CDU-Regierung. Sie soll sich vor allem der Familienhilfe und -bildung widmen.
FDP-Politiker Marian Koppe kritisiert zudem, dass unklar sei, wofür die Stiftungsgelder genau verwendet werden. Im aktuellen Wirtschaftsbericht lasse sich nicht einmal erkennen, wie viele Mitarbeiter die Stiftung habe.
Auch von den Grünen hagelt es Kritik. "Bei der Stiftung wird gemauschelt", sagte die Fraktionschefin Anja Siegesmund. "Wir fordern, dass der Rechnungshof die Stiftung genau unter die Lupe nimmt."
Der frühere CDU-Staatssekretär und jetzige Stiftungs-Kurator Stephan Illert wies die Kritik zurück. "Hier wird weder gemauschelt noch ist etwas intransparent. Wir haben nichts zu verbergen."

03.09.2010 TA - Thüringer Allgemeine