Gesundheitspolitik

Philipp Rösler gestern Abend in Saalfeld

Von Ute Häfner

Saalfeld (OTZ). Als Bundesgesundheitsminister
war es gestern Philipp Röslers erster Besuch in
Thüringen, der den FDP-Politiker auch in die
Thüringen-Kliniken an den Standort Saalfeld führte. Das auf Einladung seines Parteifreundes Marian Koppe aus Königsee, der gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Thüringer Landtag ist. Rösler steht damit in guter Tradition seiner Amtvorgänger Horst Seehofer (CSU) und Ulla Schmidt (SPD).
Kliniken-Geschäftsführer Hans Eberhardt und Aufsichtsratsvorsitzende Landrätin Marion Philipp (SPD) verwiesen auf die Erfolge der Klinik, deren Gesellschafter der Landkreis ist und die sich gegen große privat geführte Kliniken behaupten kann. 200 Millionen Euro wurden seit 1991 in die drei Standorte Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck investiert. Rund 40 Millionen Euro wurden in den Jahren Gewinn erwirtschaftet.
Eberhardt ist bekannt als Verfechter eines sektorenfreien Gesundheitssystems, bei dem nicht getrennt wird in vorsorgende, ambulante, stationäre und pflegerische Leistungen. Beweis dafür ist das von der Klinik geführte Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) mit mittlerweile 16 Praxen an den Standorten Saalfeld, Rudolstadt, Pößneck und Bad Lobenstein. "Wir stehen nicht in Konkurrenz zur Niederlassung, sondern eröffnen Praxen dort, wo es die ärztliche Versorgung der Bevölkerung gebietet", so Eberhardt.
Damit machte er zugleich auf den Ärztemangel im ländlichen Raum, konkret Gräfenthal/
Probstzella, aufmerksam. Rösler verwies darauf, dass 2011 ein neuer Bedarfsplan greifen werde,
der das Absichern von ländlichen Planungsbezirken erleichtern soll.
Während seines 45-minütigen Aufenthaltes zeigte Chefarzt Dr. Dietrich Hager dem Gast die
neuen Kreißsäle. In einem der Familienzimmer unterhielt sich Rösler mit Jana Böttcher und Patrick Gräf aus Saalfeld, die am 11.11. Eltern des kleinen Julian Tiberius wurden.

17.11.2010 OTZ - Ostthüringer Zeitung