Thüringen (FDP-Fraktion Thüringen) - Eine Bevormundung von Menschen mit Behinderungen im Rahmen der Volkszählung kritisiert der FDP-Landtagsabgeordnete Marian Koppe. Quer durch alle Bevölkerungsgruppen werden die Thüringer nach ihrer Erwerbs- und Wohnsituation und nach weiteren personenbezogenen Daten gefragt. Menschen mit Behinderungen, die in Wohneinrichtungen lebten, dürften sich jedoch nicht selbst äußern, so der sozialpolitische Sprecher der Landtagsfraktion. Nach einer Regelung im Zensusgesetz, ist es vorgeschrieben, dass Wohneinrichtungen als sogenannte "sensible Sonderbereiche" gelten und die Bewohner besonders schutzbedürftig seien, deshalb würden die Leiter der jeweiligen Einrichtungen befragt. "Man nimmt Menschen mit Behinderung überhaupt nicht ernst. Es kann nicht sein, dass wir uns um gesellschaftliche Teilhabe bemühen und diese dann mit solchen Regelungen ausschließen", kritisiert Koppe. Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen müssten selbst die Möglichkeit haben, sich bei statistischen Erhebungen einzubringen. "Sollte es tatsächlich einem Betroffenen nicht möglich sein ohne Unterstützung Antwort zu geben, dann wäre ein Betreuer die nächste Ansprechperson. Mit Sicherheit jedoch nicht die Damen und Herren der Einrichtungsleitung, ohne dass der der behinderte Mensch der Befragung beiwohnen kann", so Koppe.

27.05.2011 www.dtoday.de