Ein Überblick zu Listenparteitagen, Wahlprogrammen und Kandidaten der fünf bisher im Kreistag vertretenen Parteien.

Saalfeld-Rudolstadt. Die Liberalen tun es am Sonnabend, die Grünen am nächsten Dienstag, der Rest vermutlich im März: Überall im Landkreis sammeln die Parteien Personal, Material und Kräfte für die bevorstehenden Wahlkämpfe.

Immerhin geht es am 25. Mai um die Macht in den Kommunalparlamenten, wird am 14."September ein neuer Thüringer Landtag gewählt.

Die FDP, noch gezeichnet von der verheerenden Niederlage bei der Bundestagswahl im vergangenen Herbst, als man den Wiedereinzug ins Hohe Haus verpasste, trifft sich morgen im Hotel und Restaurant Bergfried in Saalfeld zu einer Kreismitgliederversammlung. Wichtigster Punkt ist die ­Abstimmung über eine Liste der Kandidaten für den Kreistag Saalfeld-Rudolstadt. Bisher ist man mit vier Mitgliedern im ­50-köpfigen Kreistag vertreten. Das möchte man mindestens wieder schaffen.

Wann die Kandidaten für die drei den Kreis tangierenden Landtagswahlkreise nominiert werden, ist laut dem FDP-Kreisvorsitzenden und Mitglied des Thüringer Landtags, Marian Koppe , noch völlig offen.

Bündnis 90/Die Grünen, bisher lediglich durch Sebastian Heuchel im Kreistag vertreten, sieht sich im Aufwind und möchte in Fraktionsstärke ­sowohl in den Kreistag als auch in die Stadträte von Saalfeld und Rudolstadt einziehen. Am Dienstag 18.30 Uhr soll im Saalfelder Hotel Weltrich die Kreistagsliste aufgestellt werden. Die Stadtratskandidaten stehen ­bereits fest.

Auf der Landesliste für die Wahl des Thüringer Landtags stehen Landessprecherin Stephanie Erben aus Rudolstadt auf Platz neun und der Rudolstädter Gastronom Rainer Wernicke auf Platz zehn.

Wer die Direktkandidaten sein werden, ist noch nicht offiziell entschieden. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Wernicke im Wahlkreis 28 (Saalfeld-Rudolstadt I) und Heuchel im Wahlkreis 29 (Saalfeld-Rudolstadt II) antritt. Für den Wahlkreis 30 (Weimarer Land I/Saalfeld-Rudolstadt III) ist der Weimarer Roberto Kobelt im Gespräch, der unlängst in Rudolstadt als Bürgermeister kandidiert hatte.

Die knapp 200 Sozialdemokraten im Landkreis wollen ihre Personalentscheidungen für die Wahlen am 8. März in Kamsdorf treffen. Als ausgemacht gilt, dass die junge Saalfelderin Julienne Trempert im Landtagswahlkreis 29 und Marion Rosin aus Bechstedt im Wahlkreis 28 antreten.

Die spannendste Frage wird sein, ob SPD-Kreischef und ­Vize-Landrat Marko Wolfram für den Kreistag kandidiert, ­obwohl er im Fall seiner Wahl entweder das Mandat nicht ­annehmen oder sein Beigeordneten-Amt aufgeben müsste.

Im Moment sieht es so aus, dass Wolfram antritt. Was zur Folge haben könnte, dass auch der parteilose Landrat Hartmut Holzhey auf einer der Kreistagslisten auftaucht, obwohl er ­bereits qua Amt dem Kreistag angehört.

Bisher bringt es die SPD im Kreistag auf zwölf Mitglieder. Das dürfte auch das Minimalziel für den 25. Mai sein.

CDU und Linke, die nach einer jüngsten Umfrage im Landestrend gleichauf bei 29 Prozent liegen, schreiten auch ­hinsichtlich der Nominierung zeitlich Seit an Seit.

Allerdings war die Union bei der Reservierung des Saales in der Landessportschule für den 15. März schneller. Dann soll die Kreistagsliste beschlossen werden. Die Christdemokraten sind heiß darauf, im neuen Kreistag wieder mehr Einfluss zu gewinnen. Dazu sind mehr als die bisher 14 Mandate nötig. Der Großteil des bisherigen ­Personals wird erneut zur Ver­fügung stehen.

Geklärt ist bis dahin auch die letzte offene Personalie in Richtung Landtagswahl. Nachdem Maik Kowalleck (Wahlkreis 29) und Mike Mohring (Wahlkreis 30) bereits im vergangenen Jahr nominiert wurden, soll am Montag über den CDU-Kandidaten im Wahlkreis 28 entschieden werden. Vieles läuft auf den ­Rudolstädter Herbert Wirkner hinaus.

Die Linke Saalfeld-Rudolstadt führt ihre Kreisvertreterversammlung nun am 15. März im Stadtmuseum Saalfeld durch. Ab 9 Uhr geht es zunächst um die Kandidaten für den Kreistag und das Wahl­programm. Alle zehn bisherigen Fraktionsmitglieder stellen sich laut Linken-Kreischef Karsten Treffurth erneut dem Wähler­votum.

Anschließend werden in getrennten Versammlungen die Landtagskandidaten nominiert. Hier gilt die bisherige Abgeordnete Katharina König aus Jena im Wahlkreis 29 als gesetzt. Kreistagsfraktionschef Andreas Grünschneder aus Piesau will im Wahlkreis 28 erneut sein Glück versuchen. Ob es dabei bleibt, ob beispielsweise auch der frühere Königseer Bürgermeister Jens A. Sprenger, dem eine neue Nähe zu den Linken nachgesagt wird, seinen Hut in den Ring wirft, ist abzuwarten. "Bis zur Nominierung kann noch viel passieren", sagt Treffurth. Was übrigens für alle ­Parteien gilt. Kommentar

Thomas Spanier / 07.02.14 / OTZ

06.02.2014 OTZ - Ostthüringer Zeitung