Alle acht Parteien und Wählervereinigungen, die zur Wahl antraten, sind auch im neuen Kreisparlament vertreten. CDU bleibt stärkste Kraft. Bürger für den Landkreis und NPD halten in Fraktionsstärke Einzug.

Saalfeld/Rudolstadt. Die Würfel sind gefallen, der neue Kreistag wird bunter. Alle acht Parteien und Wählervereinigungen, die zur Wahl antraten, sind auch im neuen Kreisparlament ver¬treten. Stärkste Kraft bleibt die CDU, die wie vor fünf Jahren 15 Sitze in dem auf 46 Sitze verkleinerten Kreistag errang. Die Union konnte gegenüber dem Ergebnis von 2009 sogar leicht zulegen und kommt jetzt auf 33,1 Prozent. Die Linke ist mit 19,6 Prozent nun wieder zweitstärkste Kraft und konnte ihr Ergebnis minimal ausbauen. Sie gewinnt neun Mandate, zwei mehr als die SPD, die im Vergleich zu 2009 - als vor allem die damalige Landrätin Marion Philipp (SPD) als Scheinkandidatin viele Stimmen zog - erheblich an Zuspruch einbüßte. 16,3 Prozent für die Sozialdemokraten ¬bedeuten ein Minus von fast ¬sieben Prozentpunkten. Viertstärkste Kraft im Kreistag wurden aus dem Stand die Bürger für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Die Wähler¬vereinigung, an deren Spitze drei Bürgermeister stehen, kam auf 12,5 Prozent, was sechs ¬Sitzen entspricht. Auf Platz fünf kommt schon die NPD mit 5,6 Prozent und drei Sitzen. Damit haben sowohl BfL als auch NPD Fraktionsstärke im Kreistag und ¬können unter anderem eigene Anträge einbringen. Die Bürgerinitiative gegen überhöhte Kommunalabgaben kreuzten 3,9 Prozent der Wähler an, ein Minus von 1,3 Prozent gegenüber 2009.

Noch schlimmer kam es für die FDP, deren 4,4 Prozent ein Minus von 3,9 Prozentpunkten bedeuten. Die Zahl der Mandate halbiert sich somit von vier auf zwei. Dafür verdoppelt sich die Zahl der Grünen-Mandate von einem auf zwei. 4,6 Prozent ¬bedeuten ein Plus von 1,9. Die Parteien reagierten wie erwartet unterschiedlich auf das Wahlergebnis. "Als Spitzenkandidatin meiner Partei Die Linke bin ich mit dem Ergebnis meiner Partei nicht unzufrieden", sagte Franziska Kölbl. Es werde nun darauf ankommen, für linke Politik Partner im neuen Kreistag zu finden. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass keine der demokratischen Parteien und Wählervereinigungen mit der NPD in irgendeiner Form ¬zusammen arbeitet", so die -Rudolstädterin. "Man muss die NPD und ihre hohlen Parolen entlarven", sagt Sebastian Heuchel, Spitzenkandidat der Bündnisgrünen. Mit dem Abschneiden seiner Partei ist der Saalfelder "mehr als zufrieden". Dass er mit Frank Bock nun Verstärkung an seiner Seite hat, lässt ihn hoffen, mehr grüne Akzente im Kreistag zu setzen. SPD-Kreischef und Spitzenkandidat Marko Wolfram zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden seiner Partei. "Nach dem leider recht rückwärts¬gewandten und harschen Wahlkampf, hoffe ich nun auf eine ¬gute und sachliche Zusammenarbeit im neuen Kreistag", so der Probstzellaer, der sein Kreistagsmandat nicht annehmen wird und Erster Beigeordneter des Landkreises bleiben will. Für Wolfram wird Jens Ungelenk nachrücken.

Enttäuscht zeigte sich auch FDP-Kreischef Marian Koppe , "weil ich glaube, dass wir als FDP-Fraktion im Kreistag ¬keinen schlechten Job gemacht haben", so der Königseer. Landrat Hartmut Holzhey , der als Spitzenkandidat der CDU ins Rennen ging,, hat sich riesig über sein persönliches Ergebnis aber auch das der CDU insgesamt gefreut. "Das habe ich so nicht erwartet", sagte der Saalfelder. 14 500 Stimmen seien Ansporn, darum zu kämpfen, dass er das Mandat annehmen könne. Ein Entscheid dazu steht noch immer aus. Er halte aber daran fest, bis Ende September als Landrat im Amt zu bleiben, so Holzhey.


26.05.2014 TLZ- Thüringische Landeszeitung